Landwirtschaft

Erntezeit ist Unfallzeit

Erntezeit ist Unfallzeit

Erntezeit ist Unfallzeit

Kopenhagen/Nordschleswig
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Foto: dpa

Nach zwei schweren Unfälle in der Landwirtschaft mahnt die Arbeitsschutzbehörde zur Vorsicht.

Es ist Zeit. Landwirte und Lohnunternehmen sind mit ihren großen Maschinen auf den Feldern, um die Ernte unter Dach und Fach zu bringen. Aber das landwirtschaftliche Großgerät birgt Gefahren. Zwei Unglücke in der Region Seeland, bei denen Landwirte mit ihren Beinen in den Mähdrescher gerieten, hat die Arbeitsschutzbehörde (Arbejdstilsynet) veranlasst, auf die Gefahren zur Erntezeit hinzuweisen.

Dies berichtet Danmarks Radio. Die Warnung geschieht auch vor dem Hintergrund der gehäuften Todesfälle im Jahr 2016; zehn wurden der Behörde im vergangenen Jahr gemeldet. 2015 waren es drei. Dabei zeigt eine Untersuchung der Arbeitsschützer, dass nur eines von vier Unglücken gemeldet wird, und die meist dann geschehen, wenn Landwirte die Mähdrescher auf dem Feld bei laufendem Motor reparieren. „Darum appellieren wir an die Landwirte, unbedingt den Motor abzustellen, soll ein Fehler behoben werden“, so Holger Delfs, Berater der Arbeitsschutzbehörde, der darum bittet, diesen Appell Ernst zu nehmen. Torben Hansen Vorsitzender des landwirtschaftlichen Vereins Gefion (Landboforeningen Gefion) unterstützt den Appell. „Wir müssen besser werden. Es sollte nicht gefährlich sein, Landwirt zu sein“, sagt er zu dr.dk. Der Verein engagiert sich laut Hansen beispielsweise mit einem Sicherheitsbus, der die Höfe auf dem Land besucht. Auch wurden Unglücksfälle in der Landwirtschaftszeitung thematisiert.

Der Vorsitzende von Gefion ist der Meinung, dass die Unglücke vor allem dann geschehen, wenn die Landwirte in der Erntezeit unter Zeitdruck stehen. Dem stimmt Jørgen Popp Petersen, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Nordschleswig (LHN), zu. Doch auch, wenn in den vergangenen Jahren die Sicherheit der Maschinen sehr verbessert wurde, weiß Jørgen Popp Petersen: „Es ist ein gefährlicher Beruf.“ Mit der Kampagne „Pas på livet – Work safe“ will der LHN die Zahl der Unfälle verringern. Teil der Kampagne ist ein gelber Aufkleber, dessen „Bruder“ Landwirte gut kennen. „Wir sind alle mit mit dem kleinen, gelben Aufkleber groß geworden, der gut sichtbar im Führerhaus erklärte, man solle sich am Steuer festhalten, falls der Traktor umkippt.

Dieser Satz hat sich eingeprägt“, sagt Jørgen Popp Petersen. Der LHN-Aufkleber „Pas på livet “ soll vor allem an Gefahrenstellen an Vorsicht erinnern, nicht nur, wenn der Zeitdruck groß ist. Gut wäre auch, so Petersen, die Idee aus der Industrie aufzugreifen, Geschichten zu sammeln und auszuwerten, in denen Mitarbeiter über Geschehnisse berichten, die gerade noch einmal gut ausgingen.

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