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Coronavirus: Das ist jetzt erlaubt, das ist verboten, das empfehlen die Behörden

Coronavirus: Das ist erlaubt, das ist verboten, das empfehlen die Behörden

Coronavirus: Das ist erlaubt, das ist verboten

cvt, hm
Apenrade/Aabenraa
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Auch einfache Maßnahmen wie gründliches Händewaschen hilft dabei, sich zu schützen und verringert die Verbreitung des Virus. Foto: Claus Bech/Ritzau Scanpix

Die Regeln in Dänemark und im Grenzland ändern sich – wir behalten den Überblick. Was wir in Zeiten von Covid-19 dürfen, was nicht – und wo es weitere Informationen gibt.

Die folgenden Regeln gelten seit ihrer Verkündung am 18. September bzw. ihrer Ausweitung zum 23. Oktober in Dänemark bis vorläufig zum 22. November.

Versammlungen

  • Versammlungen von mehr als 10 Personen sind untersagt – auch privat.
  • Die Obergrenze von 10 Personen umfasst auch das anwesende Personal.
  • Bei Sportveranstaltungen dürfen maximal 500 sitzende Personen anwesend sein.

Maskenpflicht

  • Ein Mund-Nasen-Schutz muss in so gut wie allen öffentlichen Gebäuden getragen werden.
  • Beim Betreten eines Supermarktes muss eine Maske getragen werden.
  • Besucht man ein Theater, Kino oder eine Konzertveranstaltung, muss der Mund-Nasen-Schutz getragen werden, bis man an seinem Platz sitzt.
  • In Ausbildungsstätten (ungdomsuddannelser) gilt gleiches außerhalb des Klassenzimmers.

Personen, die keine Maske tragen müssen

  • Kinder, die unter 12 Jahre alt sind.
  • Personen mit gesundheitlichen oder mentalen Beeinträchtigungen, die das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes oder eines Visiers verhindern.
  • Personen, die ein bedeutendes Unbehagen beim Tragen einer Maske empfinden.


Gastgewerbe

  • Restaurants, Bars, Cafés und ähnliche gastronomische Betriebe müssen um 22 Uhr schließen.
  • Besucher von Gastronomien müssen Masken oder Visiere tragen, solange sie nicht sitzen.
  • Gastronomiebetriebe müssen auf Schildern ausweisen, wie viele Personen sich dort aufhalten dürfen.
  • Gäste müssen einen Meter Abstand voneinander halten.
  • Die Betreiber sind aufgefordert, eine freiwillige Registrierung der Gäste zu veranlassen, um mögliche Infektionsketten nachvollziehbar zu machen.
  • Betreiber sollen Gäste dazu auffordern, die Corona-Warn-App „Smittestop“ herunterzuladen.
  • In Bussen, darunter sogenannten „Partybussen“, ist der Verzehr von Alkohol verboten.


Einzelhandel

  • Geschäfte mit über 2.000 Quadratmetern Fläche müssen Aufsichtspersonal einsetzen, kleinere Geschäfte sind dazu ebenfalls aufgefordert.
  • Nur ein Familienmitglied zur Zeit soll einkaufen gehen.
  • Der Verkauf von Alkohol ist nach 22 Uhr verboten.


Soziale Unternehmungen

  • Es wird empfohlen, den sozialen Umgang zu reduzieren. Sowohl bezüglich der Anzahl der Personen, bezüglich der Länge der Treffen als auch der Anzahl der unterschiedlichen Kontakte, die es gibt. Händeschütteln, Wangenküsse und Umarmungen sind zu vermeiden, es soll ein Meter Abstand gehalten werden.
  • Sämtliche Stadtfeste und ähnliche Veranstaltungen sollen abgesagt werden.
  • Soziale Veranstaltungen in Tagesstätten, Schulen und Ausbildungseinrichtungen sollen abgesagt werden.
  • Hochzeiten, Konfirmationen und andere besondere Anlässe, die bereits geplant sind, können abgehalten werden, wenn die behördlichen Empfehlungen eingehalten werden. Die Veranstaltungen müssen spätestens um 22 Uhr enden.
  • Andere Veranstaltungen und Feiern in privaten Räumen sollen nur im engsten Umgangskreis abgehalten werden.
  • Die Maskenpflicht gilt in sämtlichen Innenbereichen. Dies betrifft den Einzelhandel und das Gesundheitssystem. In Kinos und Theatern muss man ebenfalls eine Maske tragen, bis man Platz genommen hat. Letztere Maßnahme gilt ab dem 29. Oktober.


Arbeitsplatz und Transport

  • Es wird dazu aufgefordert, in dem Umfang, der möglich und in Bezug auf die Arbeit zweckmäßig ist, von zu Hause aus zu arbeiten.
  • Es wird zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen, nicht mit Symptomen zur Arbeit zu gehen.
  • Es wird dazu aufgefordert, außerhalb der Stoßzeiten zu reisen, zu Fuß zu gehen oder mit dem Rad zu fahren.


Gesundheitswesen, Altenpflege usw.

  • Die Gesundheitsbehörde hat in Woche 39 verschärfte Richtlinien bezüglich des Gebrauchs von Schutzmitteln im Gesundheitswesen, der Altenpflege und anderen Bereichen veröffentlicht.
  • Es werden Besuchsbeschränkungen und möglicherweise Besuchsverbote in Pflegeheimen und Wohneinrichtungen ausgesprochen, um besonders verletzliche Bürger:innen zu schützen.

Quellen: sum.dk, coronasmitte.dk

 

Corona-Tests

Alle Bürger mit Wohnsitz in Dänemark, die älter sind als zwei Jahre, können sich seit Montag, 18. Mai 2020, auch ohne Verdacht auf eine Erkrankung mit Covid-19 auf das neuartige Coronavirus hin testen lassen. Dies gilt auch für Ausländer, die in Dänemark arbeiten und eine Sozialversicherungsnummer erhalten haben.

Termine werden auf der Internetseite coronaprover.dk vergeben. Dazu ist die digitale Identifikation Nem-ID eine Voraussetzung. Die Tests werden in den Testzentren der Regionen vorgenommen.

Weiterführende Informationen:

 

So verhalte ich mich im öffentlichen Raum

Die Empfehlungen der Gesundheitsbehörde, weiterhin aktuell:

  • Halte 1 bis 2 Meter Abstand zu anderen Menschen
  • Kein Händeschütteln, keine Umarmungen oder Küsse z. B. zu Begrüßung oder Abschied
  • Den Aufenthalt dort, wo stets viele Menschen sind, minimieren – zum Beispiel in Supermärkten.
  • Abstand zu Personen halten, die krank wirken, und zu Personen, die zu einer Risikogruppe gehören.
  • Bei Sitzgelegenheiten einen Sitzplatz zur nächsten Person frei lassen.
  • Die Hände sauber halten und auf die Hände achten, um das Virus nicht von einer Person oder einem Gegenstand zu übertragen.
  • Häufig und gründlich die Hände waschen
  • Nicht ins eigene Gesicht fassen
  • Kontaktpunkte wie Türgriffe, Fahrstuhlknöpfe usw. möglichst nicht berühren.
  • Rücksicht walten lassen beim Husten oder Niesen – die Armbeuge oder ein Taschentuch benutzen.

Die zusätzlichen Empfehlungen der Gesundheitsbehörde anlässlich der Einführung von Phase 2 der Wiederöffnung:

  • Mindestens einen Meter Abstand zu Personen im öffentlichen Raum.
  • Mindestens zwei Meter Abstand in Situationen, wo ein erhöhtes Risiko für Ansteckung bestehen kann, zum Beispiel in engen Räumen ohne viel Bewegungsspielraum.
  • Es wird empfohlen, Desinfektionsmittel oder feuchte Tücher mit sich zu führen, wenn man sich unter vielen Menschen aufhält oder an Orten mit Kontaktpunkten, die ein Infektionsrisiko darstellen.
  • Kontaktpunkte sollen mindestens einmal täglich gründlich gereinigt werden, bei vielen Kontaktpersonen häufiger.
  • Läden und Restaurants sollten zu bargeldloser Zahlweise übergehen, kontaktfreie Wasserhähne und automatische oder mit dem Ellbogen zu öffnende Türöffner installieren.
  • Alle sollen sich an die Regeln beim Husten und Niesen erinnern und die Armbeuge oder ein Papiertaschentuch benutzen.
 
 

Das Versammlungsverbot im Detail

  • Es ist erlaubt, sich im Freien aufzuhalten, allerdings nicht in Gruppen von mehr als 10 Personen.
  • Es ist jedoch erlaubt, sich an öffentlich zugänglichen Orten aufzuhalten, an denen sich mehr als 50 Personen befinden, zum Beispiel in Supermärkten, in Bahnhöfen, in öffentlichen Verkehrsmitteln – und in Krankenhäusern.
  • Es ist auch erlaubt, am Arbeitsplatz zu erscheinen, auch wenn dort mehr als 10 Kollegen anwesend sind. Die Gesundheitsbehörden empfehlen jedoch, wenn möglich, von zu Hause aus zu arbeiten.
  • Es ist ebenfalls erlaubt, sich zum Zwecke politischer oder anderer „meinungsfördernder“ Vorhaben wie Demonstrationen auch in Gruppen von mehr als 10 Menschen zu versammeln. Hier gibt es auch keine Auflagen zum Abstand zu anderen Personen.
  • Bei Veranstaltungen mit sitzendem Publikum wie Fußballspielen dürfen bis zu 500 Personen anwesend sein.
  • Für alle obigen und folgenden Fälle, abgesehen von politischen Versammlungen, gilt: Die Polizei hat die Möglichkeit, an öffentlich zugänglichen Orten einzugreifen, wenn sich mehr als 10 Personen auf eine Weise am selben Ort befinden, die die Infektionsgefahr erhöht. Die Polizei kann den Aufenthalt an bestimmten öffentlichen Orten (wie Spielplätzen oder Parks) vorübergehend untersagen, wenn die Infektionsgefahr dort als zu hoch eingeschätzt wird.

Weitere Informationen hierzu auf Dänisch gibt es auf coronasmitte.dk

 
Viele Senioren wohnen zu Hause Foto: CDC/Unsplash

Wer gehört zu einer Risikogruppe?

Einige Bevölkerungsgruppen werden von den dänischen Gesundheitsbehörden als besonders vom neuartigen Coronavirus und der dadurch ausgelösten Covid-19-Erkrankung als gefährdet eingestuft. Eine genaue Übersicht mit Verhaltensregeln gibt es auf Dänisch auf dieser Internetseite.

Ältere über 65 Jahre (besonders über 80 Jahre)

Personen mit folgenden chronischen Krankheiten:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankung (außer Bluthochdruck, der erfolgreich behandelt wird)
  • Lungenerkrankungen (außer leichtem und erfolgreich behandeltem Asthma)
  • Chronische Nierenerkrankung mit verminderter Nierenfunktion
  • Chronische Lebererkrankung
  • Diabetes Typ 1 und 2, besonders bei Folgeerscheinungen
  • Muskelerkrankungen und neuromuskuläre Erkrankungen
  • Schweres Übergewicht mit einem BMI von mehr als 35-40, je nach zusätzlichen Risikofaktoren
  • Besondere Bluterkrankungen mit erhöhtem Komplikationsrisiko

Personen mit geschwächtem Immunsystem in Folge von:

  • Bluterkrankungen
  • Organtransplantation
  • Immunhemmenden Behandlungen, darunter Chemotherapie oder Strahlenbehandlung bei Krebserkrankungen
  • HIV-Infektionen mit schwerer Beeinträchtigung des Immunsystems

Kinder mit chronischen Krankheiten (wie oben genannt) oder mit Folgeerscheinungen durch zu frühe Geburt

Schwangere und Frauen bis zu zwei Wochen nach der Geburt (aus Vorsicht)

Personen, die „sozial und ökonomisch benachteiligt“ sind

 
Grenzübergang Krusau
Verschärfte coronabedingte Kontrollen an der deutsch-dänischen Grenze im Frühjahr 2020. Foto: Karin Riggelsen

Der Grenzverkehr

Die dänische Regierung orientiert sich an den jeweiligen Infektionszahlen, ob Reisen aus dem Ausland nach Dänemark möglich sind. Grenzpendler sind bislang von jedweden Einreiseverboten ausgenommen gewesen (Stand Oktober 2020).

Weiterführende Informationen:

Auf der Internetseite „Re-open EU“ informiert die Europäische Union aktuell, aus welchem Land in welches Land eingereist werden kann – und welche Reisen derzeit untersagt oder nur eingeschränkt möglich sind.

Einreisen nach Dänemark

Seit Sonnabend, 24. Oktober, können Bürger der Bundesrepublik nur mit einem triftigen Grund nach Dänemark einreisen. Wie bereits im Frühjahr gilt Urlaub nicht als triftiger Grund.

Triftige Gründe

  • Arbeit in Dänemark
  • Geschäftsreise
  • Gültige Arbeitserlaubnis unter der „Working Holiday“-Regelung
  • Lieferung von Waren oder Dienstleistungen
  • Seemann, Besatzungsmitglied für Flugzeug u. Ä.
  • Vorstellungsgespräch
  • Studium in Dänemark
  • Ausbildungspraktikum
  • Besuch einer Volkshochschule (højskole)
  • Au Pair
  • Besuch von Eltern, Stiefeltern, Geschwistern, Stiefgeschwistern, Großeltern, Stiefgroßeltern, Kindern, Stiefkindern, Enkeln oder Stiefenkeln
  • Besuch eines festen Partners (mit Erklärung der „Partnerschaft in Verbindung mit der Einreise“)
  • Einreise mit einem dänischen Partner oder engem Verwandten, der im Ausland lebt
  • Umgangsrecht mit einem minderjährigen Kind in Dänemark
  • Sorgerecht für ein minderjähriges Kind
  • Geburt eines eigenen Kindes
  • Ernste oder kritische Erkrankung eines Partners oder Verwandten
  • Fortlaufende Behandlung im Gesundheitssystem
  • Beerdigung
  • Gerichtsverfahren
  • Anliegen bei Botschaft oder ausländischer Vertretung in Dänemark
  • Eigenes Ferienhaus, Boot oder Dauercampingplatz.

Für Schleswig-Holstein gilt, ebenso wie für die schwedischen Grenzregionen Schonen (Skåne), Halland und Blekinge eine Sonderreglung. Demnach dürfen Urlauber weiterhin einreisen, wenn sie einen negativen Corona-Test nachweisen. Für das übrige Bundesgebiet gilt diese Regelung nicht.

Reisebestimmungen

Einreise aus Schleswig-Holstein ist gestattet:

  • Mit triftigem Grund
  • Mit negativem Corona-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf

Einreise aus Deutschland außer Schleswig-Holstein ist gestattet:

  • Mit triftigem Grund

Ausreise:

  • Von allen nicht-notwendigen Reisen nach Deutschland wird abgeraten
 

Einreisen nach Deutschland

Mittlerweile rät das Außenministerium von Reisen nach Deutschland ohne Ausnahme von Teilgebieten ab. Wer nun (Stand 29. Oktober) nach Deutschland reist, den fordern die Behörden nachdrücklich dazu auf, sich bei der Rückkehr nach Dänemark entsprechend den Richtlinien der Gesundheitsbehörden in eine 14-tägige Quarantäne zu begeben.

Außerdem empfiehlt das dänische Außenministerium, sich nach der Rückkehr nach Dänemark auf Covid-19 testen zu lassen.

 
 
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