Coronavirus

Regierung: Homeoffice wird verlängert und mit großen Partys ist Schluss

Regierung: Homeoffice wird verlängert und mit großen Partys ist Schluss

Regierung: Homeoffice verlängert und Schluss mit Partys

Kopenhagen
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Gesundheitsminister Magnus Heunicke trat am Freitag vor die Presse. Foto: Olafur Steinar Gestsson/Ritzau Scanpix

Die deutlich steigenden Infektionszahlen in Dänemark bedeuten, dass die geltenden Corona-Restriktionen verlängert werden. Private Feste werden auf maximal 50 Personen beschränkt. Betroffene Unternehmen sollen Hilfe bekommen.

Die in Dänemark geltenden Maßnahmen gegen die Verbreitung des neuartigen Coronavirus werden um 14 Tage bis zum 18. Oktober verlängert. Das hat Gesundheitsminister Magnus Heunicke (Soz.) am Freitagnachmittag auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz mitgeteilt.

Somit gilt unter anderem die Aufforderung, wenn möglich von Zuhause aus zu arbeiten, bis Mitte Oktober.

Zudem gilt ab Sonnabendmittag landesweit ein Versammlungsverbot ab 50 Personen – auch bei privaten Veranstaltungen. Die Maßnahme soll auch für bereits geplante Veranstaltungen gelten.

Minister ruft junge Menschen zu Beitrag auf

Heunicke kündigte weitere Restriktionen an, sollte die Infektions-Tendenz sich in der kommenden Woche fortsetzen. „Wir müssen jetzt das Feiern nachlassen“, sagte Heunicke, der hervorhob, dass jeder vierte Infizierte in Dänemark derzeit aus der Altersgruppe 20 bis 29 Jahre kommt. „Alle müssen beitragen“, so Heunickes Aufruf.

Er wolle Dänemark so offen wie möglich halten und könne verstehen, wenn Bürger nicht erneute Einschränkungen haben wollten. Doch es handele sich um eine weltweite Pandemie, die noch andauere und es sei durchaus möglich, dass zum Beispiel die Versammlungsverbote noch weiter eingeschränkt werden müssten.

Heunicke sagte zudem, dass bereits jetzt die Infektionsketten-Nachverfolgung intensiviert werde. In Dänemark seien bis zu 60 Infizierte auf einzelne private Veranstaltungen zurückzuführen, hieß es auf der Pressekonferenz.

Neue Hilfsangebote für die Wirtschaft

Wirtschaftsminister Simon Kollerup (Soz.) kündigte weitere Kompensationsregelungen an und warb für Verständnis bei den Unternehmen – vor allem bei jenen, die nun vom neuen Versammlungsverbot betroffen sind, weil sie etwa im Cateringbereich oder in anderen Belieferungsbereichen tätig sind. Gespräche zu Kompensationsmaßnahmen im Folketing seien bereits angelaufen.

Søren Brostrøm, Chef der dänischen Gesundheitsbehörde, erinnerte erneut daran, dass „Covid-19 nicht einfach nur eine Erkältung“ ist. „Wir müssen die Krankheitsbelastung niedrig halten, um die nötigen Behandlungen leisten zu können“, so Brostrøms Aufruf, sich an die Richtlinien der Behörden zu halten.

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