Nach Schlechtwetterphase

Sandbänke überschwemmt: Mehr als 120 Seehunde auf Sylt gestrandet

Pierre Boom, SHZ
Sylt
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Seehund
Foto: Rainer Borcherding, Schutzstation Wattenmeer

Wegen Wind, Regen und hohen Wasserständen sind viele Rastplätze überschwemmt. Die Tiere weichen deshalb an Strände der Westküste aus.

Das Telefon steht nicht still in diesen Tagen in der Arche Wattenmeer auf Sylt. Viele besorgte Spaziergänger berichten von Seehunden, die sie an den Stränden der Insel entdeckt haben. „Seit dem 1. Oktober sind rund um die ganze Insel über 120 Seehunde gemeldet worden“, sagt Dennis Schaper, Stationsleiter der Schutzstation Wattenmeer auf Sylt. Grund für die vielen Sichtungen ist die mehrtägige Schlechtwetterphase mit viel Regen, Wind und hohen Wasserständen.

„Viele Rastplätze der Seehunde sind überschwemmt und fallen auch bei Ebbe nicht trocken. Deshalb weichen die Tiere an unsere Strände aus“, erläutert Katharina Weinberg, die Naturschutzreferentin der Schutzstation. Ein Grund zur Besorgnis bestehe allerdings nicht. „Wenn sich die Wetterlage beruhigt, suchen die Seehunde wieder ihre vor den Inseln gelegenen, bevorzugten Rastplätze auf“, sagt die Expertin und appelliert gleichzeitig an Spaziergänger, einen Mindestabstand von 200 Metern zu den rastenden Robben einzuhalten.

„Wir bitten alle Urlauber oder Insulaner, die einen Seehund am Strand entdeckt haben, aktiv mitzuhelfen und ihre Mitmenschen darauf hinzuweisen, dass dieser Mindestabstand möglichst eingehalten wird“, ergänzt Dennis Schaper. „Vor allem Hundebesitzer sollten besonders vorsichtig sein und ihre Hunde in Reichweite von den Meeressäugern unbedingt an der Leine führen.“

Wichtige Telefonnummern für Seehundfunde in SH

Gestrandete Tiere können entweder bei der Polizei Sylt unter 04651-70470 gemeldet werden – die Beamten informieren dann den örtlich zuständigen Seehundsbeauftragten – oder ebenso bei der Schutzstation Wattenmeer in Hörnum unter der Nummer 04651-881093.

„Auch der Sylter Weststrand gehört zum natürlichen Lebensraum der Robben, dies sollten wir in diesen Tagen besonders respektieren“, betont Stationsleiter Dennis Schaper von der Schutzstation Wattenmeer auf Sylt. „Für weitere Informationen rund um die Lebensweise dieser faszinierenden Meeressäuger freuen wir uns natürlich über Besucher in der Arche Wattenmeer in Hörnum oder auch bei unseren Kollegen in Braderup und List.“

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