70. Geburtstag

Gösta Toft brennt für die deutsche Minderheit

Gösta Toft brennt für die deutsche Minderheit

Gösta Toft brennt für die deutsche Minderheit

Apenrade/Aabenraa
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Gösta Toft kann am Sonntag, 11. April, seinen 70. Geburtstag feiern Foto: Karin Riggelsen

Das Geburtstagskind ist in vielen Bereichen aktiv und gehört noch lange nicht zum „alten Eisen“.

Gösta Toft ist ein Nordschleswiger durch und durch. Am Sonntag, 11. April, kann er seinen 70. Geburtstag feiern. Bis zu seiner Pensionierung vor fünf Jahren war er der Generalsekretär der Schleswigschen Partei (SP) und hat in dieser Position die Weiterentwicklung der Minderheitenpartei entscheidend weiterentwickelt.

„Un“-Ruhestand

Dem „Ruhestand“ macht Toft jedoch keine Ehre – im Gegenteil. Nach der Pensionierung 2016 übernahm er den Vorsitz des Sozialdienstes Nordschleswig, den er im vergangenen Jahr abgab. Zudem engagiert er sich weiterhin in seiner Partei, der SP, wo er derzeit die Sondierungsgespräche für mögliche Wahlbündnisse für die Kommunalwahl im November führt.

Die Blutbuche, die im Vorgarten des Toft‘schen Hauses am Karpedam steht, ist ein Abschiedsgeschenk der Kollegen des „Instituts for Grænsregionsforskning“, das er zugunsten der Stellung als SP-Generalsekretär verlassen hat. Foto: Karin Riggelsen

Bei der FUEN (Föderalistische Union europäischer Nationalitäten) kümmert er sich um das „Minority Safe Pack“, das für mehr Rechte für die Minderheiten in der Europäischen Union sorgen soll und vor Kurzem von der EU-Kommission abgelehnt wurde. „Doch wir geben nicht auf. Es ist außerordentlich wichtig, dass wir weitermachen, dafür zu kämpfen, um der Kommission das Signal zu geben, dass wir nicht aufgeben“, erklärt der studierte Volkswirt, der sich seit der Studienzeit für und mit dem Grenzland und der Grenzlandthematik befasst.

Das ländliche Leben liegt dem Jubilar ebenfalls am Herzen. Beim LAG Aabenraa/Sønderborg ist er im Vorstand und sorgt so dafür, dass das ländliche Leben gefördert wird.

Sportlich von Kindesbeinen an

Gösta Toft ist jedoch nicht nur geisteswissenschaftlich bewandert. Er treibt seit der Jugend viel Sport und ist immer noch aktiv: Er fährt mit dem „Team Grenzland“ Rennradtouren, um für die Fahrt nach Berlin zu trainieren. Er ist bei den Oldboys-Handballern des MTV Apenrade aktiv, nimmt am MTV-Männerturnen teil und rudert auch ab und zu beim Apenrader Ruderverein (ARV). Beim MTV Apenrade ist das sportliche Geburtstagskind übrigens Vorsitzender.

„Alle Dinge, die ich mache, machen mir Spaß. Besonders viel Spaß macht es, mit anderen, die ebenfalls ehrenamtlich arbeiten, Dinge möglichst besser zu machen“, erklärt Toft seine Motivation. Und er nennt noch einen weiteren Grund: „Es macht Spaß, weil ich hoffe, mit meinem Tun etwas bewegen zu können – und das ist gleichzeitig auch Entspannung.“

Kleine Feier – große Pläne

Gösta Toft wohnt seit 1983 mit seiner Frau Christa am Apenrader Karpedam. Dort wuchsen auch die beiden Kinder Ana und Simon auf. Ana wohnt inzwischen wieder in Apenrade, Simon lebt mit der Familie in Fredericia.

Gefeiert wird der runde Geburtstag im kleinen Familienkreis, wie Gösta Toft erzählt. Damit bricht er mit einer Tradition, denn seit seinem 30. Geburtstag feiert er in großem Kreis, mit Familie und Freunden. „Aber das lässt sich in der Corona-Zeit leider nicht machen“, sagt Toft, der allerdings für die Zeit nach Corona Pläne hat: „Ich möchte ein Wikinger-Fest im Pinnerbergheim machen“, berichtet er.

Gösta Toft

Gösta Toft wurde am 11. April 1951 in Ulkebüll (Ulkebøl) bei Sonderburg (Sønderborg) geboren und wuchs dort auf.

Heute lebt er mit seiner Frau Christa am Apenrader Karpedam. Dort wuchsen auch die Kinder Ana (heute: Apenrade) und Simon (heute: Fredericia) auf.

Er studierte Volkswirtschaft an der CAU zu Kiel. Nach seinem Examen war er von 1978 bis 1983 Forschungsmitarbeiter in der Forschungsstelle für Regionale Landeskunde an der Pädagogischen Hochschule Flensburg und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Pädagogischen Hochschule Flensburg am Geografischen Seminar.

1983 bis 1987 arbeitete Toft als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim „Institut for Grenzregionsforskning“ in Apenrade.

1992 bis 2000 war er Lehrbeauftragter bei der Syddansk Universitet (SDU) und der Universität Flensburg (HA/MA – deutsch-dänische Ausbildung).

Von 1987 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2016 war Gösta Toft hauptberuflich Sekretär der Schleswigschen Partei (SP), der politischen Organisation der deutschen Minderheit in Nordschleswig, wo er maßgeblich an der Weiterentwicklung der Minderheitenpartei zu einer selbstbewussten Interessenvertretung, die auch von der Mehrheitsbevölkerung akzeptiert wird, und am Aufbau der SP-Jugendorganisation junge Spitzen beteiligt war.

In den 1970er Jahren begann Gösat Toft die Arbeit für die deutsche Minderheit in Nordschleswig. Beim Deutschen Tag in Bau (Bov) trat er zum ersten Mal offiziell in Erscheinung.

Toft gehörte zu der Minderheitengeneration, die sich in der Schul- und Studienzeit besonders kritisch mit der Vergangenheit der Minderheit in den 1930er und 1940er Jahren auseinandersetzte.

Gösta Toft ist nach seiner Pensionierung weiterhin für die SP aktiv. Zudem beteiligt er sich beim Sozialdienst Nordschleswig, dem MTV Apenrade, bei der FUEN und beim LAG Aabenraa-Sønderborg.

Bei seiner hauptberuflichen und ehrenamtlichen Arbeit hat sich Toft ein großes Netzwerk geschaffen, das weit über die Grenzen Nordschleswigs hinausreicht.

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