Thema DER WOCHE: BUNTES NORDSCHLESWIG

„Es tut Nordschleswig gut“

„Es tut Nordschleswig gut“

„Es tut Nordschleswig gut“

Apenrade/Aabenraa
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Käthe Nissen Foto: Privat

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Käthe Nissen ist Spitzenkandidatin der Schleswigschen Partei für die Kommune Apenrade bei der Kommunalwahl im Herbst. Als pädagogisch-administrative Konsulentin beim Deutschen Schul- und Sprachverein hat sie außerdem einen guten Einblick in den Kinder und Jugendbereich. „Der Nordschleswiger“ hat mit ihr über die LGBT+-Thematik gesprochen.

Wer sich auf der Internetseite der Schleswigschen Partei die programmatischen Schwerpunkte anschaut, findet unter dem Stichwort „Integration“ die Forderung nach „Respekt vor dem einzelnen Menschen“ und das Eintreten „für eine Integration, die die Identität jedes Einzelnen bewahrt“.

Und genau so allgemein, wie es formuliert ist, möchte Käthe Nissen, Spitzenkandidatin der Schleswigschen Partei in Apenrade (Aabenraa), es auch verstanden wissen. „Die Schleswigsche Partei steht für die Vielfalt, und dazu gehören auch sexuelle Minderheiten. Wir erwähnen keine Minderheiten spezifisch, jeder soll sich geborgen fühlen“, sagt sie.

Wollte man das konkret fassen, dann müsse man auch viele andere Minderheiten erwähnen. Deswegen fallen ihr auch bei der Frage nach queeren Identitäten die Begriffe „Vielfalt, Offenheit und Toleranz“ ganz übergeordnet ein.

Pride-Woche richtiges Signal

Und dafür setze die Initiative der Pride-Woche das richtige Signal, ist sich Käthe Nissen sicher. Die Veranstaltung komme ihrer Meinung nach zum richtigen Zeitpunkt.

Es ist in jedem Fall ein Bereich, der Nordschleswig guttut, dass es jetzt auch hier sichtbarer wird.

Käthe Nissen, Spitzenkandidatin der Schleswigschen Partei für die Kommune Apenrade

„Der letzte Pride, von dem ich gehört haben, war auf Fanø. Der bekam ganz viel Aufmerksamkeit. Es rückt immer näher, und es ist deshalb nur natürlich, dass es jetzt auch nach Nordschleswig kommt, sodass es sich im ganzen Land verbreitet“, zeigt sie sich optimistisch.

Von der Schleswigschen Partei ist zwar nichts Konkretes zur Pride-Woche geplant, aber Käthe Nissen freut sich, dass sich die Jungen Spitzen aktiv beteiligen wollen.

„Ich kann mir vorstellen, dass eventuelle programmatische Schwerpunkte für eine LGBT+-Politik über die Jungen Spitzen laufen würden. Und dass wir das von Seiten der SP unterstützen würden.“

Gut für Nordschleswig

Selbst wird sie in jedem Falle das Programm mitverfolgen und in Apenrade vorbeischauen – und somit auch ihre Unterstützung zeigen.

„Es ist ja ein Großstadtthema. Aber Aura hat auch eine Abteilung in Apenrade. Es ist in jedem Fall ein Bereich, der Nordschleswig guttut, dass es jetzt auch hier sichtbarer wird. Da gibt es bestimmt Informationsbedarf, und zwar sowohl für die Menschen, die sich sexuell anders fühlen, aber auch für die breite Bevölkerung“, gibt Käthe Nissen zu bedenken.

Das passt gut, es ist der richtige Zeitpunkt, und wir müssen auf der Welle mitreiten.

Käthe Nissen, Spitzenkandidatin der Schleswigschen Partei für die Kommune Apenrade

Zwar sei man, was das Thema LGBT+ angeht, in Nordschleswig wohl eher im konservativen Teil des Landes, aber Käthe Nissen glaubt, dass die Nordschleswigerinnen und Nordschleswiger durchaus bereit sind für das Thema. Deshalb kann sie sich gut vorstellen, dass sich neben Apenrade auch andere Orte im Landesteil angesprochen fühlen.

„Apenrade ist ein bisschen der Vorreiter. Natürlich gibt es diese Leute auch bei uns. Das passt gut, es ist der richtige Zeitpunkt, und wir müssen auf der Welle mitreiten.“

Es gibt noch Informationsbedarf

Und was ist mit den Menschen, die queere Geschlechtsidentitäten ablehnen und sich kritisch zu alternativen Formen des Zusammenlebens äußern?

„Ich glaube, solche Kommentare oder Angriffe in den sozialen Medien beruhen auf Unwissenheit. Es ist sicherlich exotisch für sie, aber ich glaube, da ist auch ein Informationsbedarf. Ich bin mal gespannt, ob sie auch kommen“, so Käthe Nissen.

Sexuelle Identität Teil des Schulunterrichts

An den Schulen hat das Thema sexuelle Identität in den vergangenen Jahren bereits viel Aufmerksamkeit bekommen.

„Es gibt auch viel Unterrichtsmaterial dazu, bei dem es gerade auch um das Bewusstsein über die eigene sexuelle Identität geht. Das fängt bereits in der ersten Klasse an. Außerdem gibt es eine Unterrichtswoche im Jahr, die den Schwerpunkt auf das Thema legt, und ganz viele Schulen von uns machen da auch mit“, sagt Käthe Nissen.

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Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
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