„Mobile Pay“

Polizei warnt: Jugendliche werden von Kriminellen zu Mittätern gemacht

Polizei warnt: Jugendliche werden von Kriminellen zu Mittätern gemacht

Polizei warnt: Jugendliche werden zu Mittätern

Esbjerg/Apenrade
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Die App „MobilePay“ ist in Dänemark sehr weit verbreitet – und wird auch von Kriminellen genutzt. Foto: Jens Dresling/Ritzau Scanpix

Geldwäsche per Smartphone: Die Polizei von Südjütland und Nordschleswig ruft Eltern zu erhöhter Wachsamkeit beim Gebrauch von digitalen Bezahlsystemen auf.

Kriminelle, die die Herkunft von Einnahmen vertuschen wollen, haben eine neue Masche: Jugendliche werden zu Komplizen gemacht und dazu gebracht, wissentlich oder unwissentlich größere Beträge zu überführen und sich somit an Geldwäsche zu beteiligen.

Das teilt die Polizei von Südjütland und Nordschleswig mit, nachdem es nun einen ersten Fall in ihrem Zuständigkeitsbereich gegeben hat. Bereits im Sommer hatte die Danske Bank vor der Methode gewarnt.

Die Konten der Jugendlichen werden von Online-Betrügern dazu genutzt, dass Geld dorthin überweisen zu lassen und es abheben und somit in Bargeld umwandeln zu können.

Täter nutzen Gutgläubigkeit und Hilfsbereitschaft aus

Die Polizei nennt das Beispiel von Bürgern, denen die Bankkonto- und NemID-Daten gestohlen oder durch Hinterlist entlockt werden. Von ihren Konten werden anschließend Geldbeträge auf die Konten der Jugendlichen überführt und dann bar abgehoben.

Den aktuellen Fall will die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht weiter kommentieren. Doch Polizeioberrat (vicepolitinspektør) Christian Østergaard warnt, dass Kinder und Jugendliche zu Mittätern gemacht werden können, auch wenn sie glauben, nur eine gute Tat für andere zu tun. Dies habe sich bei ähnlichen Fällen in anderen Polizeikreisen gezeigt.

„Es besteht kein Zweifel, dass einige Jugendliche in gutem Glauben gehandelt haben. Sie wurden im Nachtleben von jemandem angesprochen, der erzählt hat, dass er seine Dankort vergessen hat. Man spricht ab, dass er einen Betrag auf das MobilePay-Konto des Jugendlichen überführt, woraufhin dieser das Geld an einem Automaten abhebt. Als Dank erhält man einen kleineren Betrag für den Aufwand“, berichtet Østergaard.

Polizei und Bank: Eltern sollten Kinder über Gefahren aufklären

Was unschuldig klingt, ist in Wahrheit Mittäterschaft bei „Geldwäsche, für die das Strafmaß typisch bei bis zu zweieinhalb Jahren Haft liegt. Und die Jugendlichen riskieren einen Eintrag im Führungszeugnis“, so der Polizist.

Er ruft Eltern dazu auf, sich der Gefahr bewusst zu sein und mit ihren Kindern darüber zu reden. Das tut auch Linus Fugl, der die Abteilung für Überweisungs-Dienstleistungen bei der Danske Bank leitet. „Sprecht mit euren Kindern darüber, dass sie niemals Erwachsenen auf der Straße oder online bei Geldüberweisungen helfen dürfen – auch nicht, wenn es scheint, als handele es sich um ganz gewöhnliche Erwachsene, die alles im Griff haben“, sagt er.

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