Staus an der Grenze

„Dänische Polizei reagiert immer zu spät“

„Dänische Polizei reagiert immer zu spät“

„Dänische Polizei reagiert immer zu spät“

Apenrade/Flensburg
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Grenzonktrolle
Heimwehrsoldaten an der Grenze (Archivbild). Foto: Mads Dalegaard/Ritzau Scanpix

Karsten Sörensen kennt die Verkehrslage an der deutsch-dänischen Grenze wie kaum ein Zweiter. Zum kürzlich erschienenen Bericht des Nordschleswigers über die Lage an der Grenze hat er einiges zu sagen. Zum Beispiel, dass die dänische Polizei seiner Meinung nach viel zu spät auf Verkehrssituationen reagiert.

Er transportiert Pannen- und Unfallfahrzeuge ab, fotografiert und schreibt für deutsche und dänische Medien über Blaulicht-Geschichten im Grenzgebiet: Karsten Sörensen, der zudem seit zehn Jahren für die CDU im Flensburger Stadtrat sitzt „und auch mit der städtischen, übergreifenden Problematik vertraut ist“, zeichnet gegenüber dem Nordschleswiger ein drastisches Bild der Grenzkontrollen.

„Man kann da sehr viel mehr machen“, sagt er. Er sei inzwischen bestimmt 80 bis 100 Mal wegen der Situation an die Grenze gefahren, „ich kann die Auffahrunfälle gar nicht mehr zählen“, sagt er und schätzt, dass es seit Beginn der Kontrollen 30 Unfälle mit teils schweren Personenschäden gab, dazu kommt ein Toter.

Rund zwei Monate nach dem Beginn der Kontrollen war Ende Februar 2016 ein Autofahrer mit seinem Fahrzeug am Stauende unter einen Sattelzug geraten und ums Leben gekommen. Danach versicherte die deutsche Polizei, dass Absicherungsfahrzeuge an die Stauenden geschickt werden. „Seit über einem Jahr habe ich kein Absicherungsfahrzeug mehr gesehen am Stauende“, sagt Sörensen.

Jeden Sonnabend und jeden Montag wieder Staus

Jeden Sonnabend beim sogenannten Bettenwechsel in Dänemark und jeden Montag, „im Rahmen des erhöhten Berufsverkehrs nach DK, gerade durch die höheren Frequentierungen durch Lkw-Verkehre, in der Folge des Fahrverbotes am Wochenende in Deutschland“ gebe es Staus, sagt Sörensen.

„Aus Erfahrungswerten der letzten zwei Jahre, sowie der Berichterstattung als Journalist zu den Grenzkontrollen, kann eindeutig gesagt werden, dass die dänische Seite im Verlauf der BAB A7 / E45 bei Ellund-Fröslee immer zu spät reagiert. Eine zweite Spur am Grenzübergang wird erst besetzt und geöffnet, wenn sich die Autofahrer mit den Fahrzeugen bereits kilometerweit zurück stauen“, sagt Sörensen. „Hier wird nicht gleich von den Dänen in präventiver Maßnahme zu den Verkehrsspitzenzeiten die zweite Spur geöffnet, was dringend erforderlich wäre“, fährt er fort.

Mangelhafte Kommunikation

Sörensen wirft den dänischen Behörden vor, erst aktiv zu werden, wenn Radiosender in Schleswig-Holstein nach Anrufen von Autofahrern über den Stau berichten. Und: „Die Zusammenarbeit zwischen dänischer Polizei und dem Vejdirektorat ist schlecht, von zehn Staus an der Grenze, werden in der Regel nur zwei über das Portal gemeldet.“

Die aufgestellten Hinweisschilder vor dem Grenzübergang werden, so seine Beobachtung, „einfach zu spät aufgeklappt“. Die Autobahnmeisterei Schleswig setzt einen mobilen, aufklappbaren Anhänger mit Pfeil-Hinweisen rund 500 Meter vor der Grenze ein. „Der von der dänischen Polizei montierte Leuchtpfeil ist vor der Grenze zu dem kaum wahrnehmbar“, sagt Sörensen über die Signale für die rechte zweite Spur und findet: „Es würde sicherlich alles viel reibungsloser gehen, wenn die verantwortlichen Stellen ihre Kommunikationspolitik untereinander maßgeblich verbessern würden.“

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