Deutsches Gymnasium für Nordschleswig

Den Schülern fehlt die Motivation

Die Motivation fehlt einfach

Die Motivation fehlt einfach

Naomi Stieglmaier
Apenrade/Aabenraa
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Eine Diskussionsrunde der Schüler, als der Unterricht noch in Präsenz stattfand Foto: Nils Baum

Der Online-Unterricht funktioniert – doch wie gehen die Schüler damit um? Viele Mädchen und Jungen lernen seit einigen Wochen wieder im Homeoffice.

Kontakte vermeiden, Abstand halten – deshalb lernen die Schüler des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig (DGN) von zu Hause aus. Laut Lehrerin Ines Muche und Schulleiter Jens Mittag laufe der Online-Unterricht den Umständen entsprechend gut. Für die Schüler ist es trotzdem eine große Umstellung.

„Im ersten Shutdown war es deutlich anstrengender. Da war ich es überhaupt nicht gewohnt, den ganzen Tag vorm Computer zu sitzen", erzählt Aaron Nebocat, Schüler des DGN. Mittlerweile hat er sich daran gewöhnt.

Bei uns fängt der Unterricht um 8.10Uhr an, und ich stehe dann halt erst um 8.05 Uhr auf.

Kameko Heger

Die Onlinelehre sei sowohl für die Lehrer als auch für die Schüler arbeitsaufwendiger. Die Mädchen und Jungen müssen sich vieles selbst beibringen. Außerdem waren die Aufgaben am Anfang überfordernd. „Wir standen vor deutlich mehr Aufgaben, als wir hätten schaffen können", berichtet der 20-Jährige.

Was den meisten schwerfällt, ist die Eigenmotivation. Schülerin Kameko Heger erzählt lachend: „Bei uns fängt der Unterricht um 8.10 Uhr an, und ich stehe dann halt erst um 8.05 Uhr auf." Es falle ihr schwer, eine morgendliche Routine zu schaffen, wie man sie normalerweise hätte. Außerdem hat sie Konzentrationsschwierigkeiten. Ähnliches berichtet auch Aaron Nebocat.

Es ist einfach etwas anderes, meine Klassenkameraden und Lehrer über einen Bildschirm zu sehen.

Kameko Heger

Die Interaktion zwischen Schülern und Lehrern fehlt. Zwar seien die Lehrkräfte immer erreichbar, aber es sei trotzdem schwerer. „Manchmal bekommen wir Erklärvideos, und wenn ich dann etwas nicht verstehe, kann ich nicht schnell einen Lehrer um Hilfe fragen", sagt die Schülerin. Besonders Mathematik und Fremdsprachen bereiten ihr jetzt Probleme.

Laut der 18-Jährigen helfen sich die Schüler untereinander zwar viel, trotzdem vermisst sie ihre Freunde: „Es ist einfach etwas anderes, meine Klassenkameraden und Lehrer über einen Bildschirm zu sehen."

Schüler und Lehrer bleiben optimistisch, sie hoffen, so bald wie möglich zum normalen Unterricht zurückkehren zu können.

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