Unwetter

Wolkenbruch reißt tiefe Löcher in Gräber

Wolkenbruch reißt tiefe Löcher in Gräber

Wolkenbruch reißt tiefe Löcher in Gräber

Fohl/Fole
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Zum Wochenauftakt hat ein Unwetter ungewöhnlichen Ausmaßes die kleine Ortschaft Fole heimgesucht. Foto: Ute Levisen

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150 Millimeter Regen fielen zum Wochenauftakt in Fohl binnen weniger Stunden. Genug, um Straßenzüge und Keller in der kleinen Ortschaft zu überfluten. Mit Sand und Säcken versuchten Bewohner, der Wassermassen Herr zu werden und ihre Häuser zu trocknen. Friedhofsgärtnerin Dorthe Schulz steht unterdessen vor einem ungewohnten Dilemma.

Es ist der Tag danach in Fohl (Fole). Nicht einmal 24 Stunden hatten die Bewohner der kleinen Ortschaft in der Nähe von Gramm (Gram) Zeit, sich von dem Schreck zu erholen. Am Montagnachmittag suchte ein Wolkenbruch das Dorf heim und setzte Straßen und Keller teilweise unter Wasser.

So schlimm wie nie zuvor

Die Wassermassen sind inzwischen versickert. Hie und da erinnert eine bescheidene Pfütze an jenen Montag, an den sich viele Dorfbewohner wohl noch lange erinnern werden.

Die Bereitschaftsbehörde hat Sandsäcke und Sand nach Fohl gebracht. Foto: Ute Levisen

„Wir hatten in den vergangenen Jahren immer wieder mal Probleme mit Überschwemmungen. So schlimm wie am Montag war es noch nie“, sagt Eva Bork. Ihr Haus ist trocken geblieben – die Stallungen und der Keller der Familie nicht.

Eva Bork macht an diesem Tag einen Spaziergang durch die Ortschaft, in der nur kleine Pfützen an den Vortag erinnern: „So schlimm war es noch nie." Foto: Ute Levisen

Die Ruhe vor dem Sturm

Die Fohlerin macht mit ihrer Familie einen Spaziergang durch das Dorf, das an diesem Tag verlassen wirkt. Aus der Ferne ist dumpfes Gewittergrollen zu vernehmen. Das Unwetter hat sich nicht verzogen, sondern eine Verschnaufpause eingelegt. Am Dienstag und Mittwoch drohen weitere Gewitter und Regen in der Region.

Für die kommenden Stunden sind Gewitter und Regen angekündigt worden. Foto: Ute Levisen

Alarmbereitschaft

Es ist ein Grund dafür, dass Mitarbeiter der Bereitschaftsbehörde in Hadersleben in Alarmbereitschaft sind. Am Fohler Gemeindehaus haben sie für von Überschwemmungen betroffene Einwohner einen Berg von Sand aufgetürmt. Daneben liegen Sandsäcke – für den Fall eines weiteren Notfalls.

Mitarbeiter der Bereitschaftsbehörde bleiben vorerst vor Ort. Es besteht die Gefahr, dass der Wasserlauf Fole Bæk bei Regen erneut für Überschwemmungen sorgt. Foto: Ute Levisen

26 Gräber abgesunken

Vom benachbarten Friedhof eilt Dorthe Schulz in das Gemeindehaus, wo sie ihre Werkstatt hat. Sie ist die Friedhofsgärtnerin und steht nach dem Wolkenbruch vor einem ungewohnten Dilemma: Der Starkregen hat tiefe Löcher an 26 Grabstätten hinterlassen: Am abgesunkenen Schotterbelag der Gräber lassen sich die Umrisse der Särge erahnen. Betroffen sind Grabstätten, die älter als zehn Jahre sind.

26 Grabstätten muss Dorthe Schulz nach dem Starkregen wieder herrichten. Foto: Ute Levisen

„Die Särge vermodern. Durch den Starkregen geben die Reste jetzt nach“, erläutert die Gärtnerin.

Die Grabstätten sind eingesunken. Unter dem Schotter zeichnen sich die Umrisse des Sarges ab. Foto: Ute Levisen
Auch die Pflanzen haben vom Regen einiges abbekommen. Foto: Ute Levisen

Fünf der betroffenen Gräber hat sie an diesem Tag wieder in Ordnung gebracht: Sand aufgefüllt, das Erdreich festgestampft, Blumen und Bäumchen neu gepflanzt. Denn auch die Zierpflanzen lassen nach dem heftigen Regen Köpfe und Blätter hängen: „Die Pflanzen hat der Regen nachgerade niedergemetzelt“, sagt Dorthe Schulz kopfschüttelnd.

21 Gräber muss sie an diesem Dienstag noch auf Vordermann bringen: „Es wird ein langer Tag.“

„Es wird ein langer Tag", sagt Friedhofsgärtnerin Dorthe Schulz. Foto: Ute Levisen
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