Gesundheitswesen

Zusätzliche Mittel: Mehr Personal und mehr Betten für die Psychiatrie in Süddänemark

Mehr Personal und mehr Betten für die Psychiatrie in Süddänemark

Mehr Personal und mehr Betten für die Psychiatrie

Vejle/Apenrade
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Stephanie Lose (Venstre), Vorsitzende des Rates der Region Süddänemark und des Dachverbandes der dänischen Regionen, am Montag bei Verhandlungen in Kopenhagen Foto: Philip Davali/Ritzau Scanpix

Der Regionsrat hat beschlossen, 129 Millionen Kronen abzusetzen. Damit sollen einige Löcher gestopft werden, die in den vergangenen Jahren gerissen wurden.

Es werden 129 Millionen Kronen zusätzlich für die psychiatrische Versorgung im süddänischen Gesundheitssystem ausgegeben. Das steht nach einer am Mittwoch geschlossenen Übereinkunft der 41 Abgeordneten im Rat der Region Süddänemark fest.

Die Mittel sollen genutzt werden, um mehr Behandlungsplätze in den allgemeinen psychiatrischen Abteilungen und mehr Betten in den psychiatrischen Intensivabteilungen zu schaffen. Zudem sollen die Lokalpsychiatrien zusätzliche Mittel – und sämtliche Einrichtungen mehr Personal bekommen.

Alle Fraktionen haben sich der Übereinkunft angeschlossen – also Venstre, Sozialdemokraten, Sozialistische Volkspartei (SF), Dänische Volkspartei (DF), Konservative, Einheitsliste, Radikale Venstre und Liberale Allianz.

Deutlich mehr Betten

Bis zum Jahr 2023 sollen mit den Zusatzmitteln 47 neue Betten in den Psychiatrien geschaffen werden, sodass es dann 645 Plätze gibt. In der Rechtspsychiatrie soll die Zahl von 84 auf 99 bis 2022 ansteigen. Zudem soll die Zahl der Betten in Intensivabteilungen „wesentlich“ angehoben werden.

Das Geld kommt aus dem dänischen Staatshaushalt für 2020, in dem landesweit 600 Millionen Kronen abgesetzt sind, um die psychiatrische Versorgung zu verbessern. Vergangene Woche hatten sich die Regierung und der Dachverband der Regionen, Danske Regioner, darauf geeinigt, wie die Mittel verteilt werden sollen.

Eine „nachhaltige Verbesserung“

Die Vorsitzende des süddänischen Regionsrates, Stephanie Lose (Venstre), nennt die 129 Millionen Kronen „richtig viel Geld“, das eine „nachhaltige Verbesserung für unsere Psychiatrie bedeutet und die sich bemerkbar macht“. So sei eine „noch bessere Behandlung als die gute Behandlung, die wir bereits anbieten“, gesichert.

Die 129 Millionen zusätzlichen Kronen sind an bestimmte Vorhaben gebunden – doch sie fügen sich in vielen Bereichen in das ein, was der Regionsrat im Dezember 2019 als Psychiatrieplan für die Jahre 2020 bis 2024 verabschiedet hat.

Das Geld mache es möglich, „den Ehrgeiz im Plan noch weiter zu steigern, wenn es um die Anzahl der Betten, die ambulante Versorgung, die Anzahl der Intensivbetten und mehr Mitarbeiter geht“.

Geld wird auf eigene Zusatz-Investitionen aufgestockt – und ist zweckgebunden

Die Region Süddänemark hatte bereits für den Haushalt 2019 43 Millionen zusätzliche Kronen und für 2020 24 Millionen zusätzliche Kronen abgesetzt. Die Mittel vom Staat kommen nun dazu.

Sie wurden auch deshalb notwendig, weil nach einem ersten nationalen „Psychiatrieplan“ im Jahre 2014, der 2,2 Milliarden Kronen umfasste, Kritik daran laut wurde, dass die psychiatrische Versorgungs-Situation in Dänemark sich danach nicht verbessert habe. Der Vorwurf von Interessen- und Patientenverbänden: Die Mittel seien damals vielfach nicht zielgerichtet eingesetzt worden und wurden stattdessen von den in Dänemark für das Gesundheitswesen zuständigen Regionen dazu genutzt, Ausgabenposten zu verschieben – und dann letztlich bei der Psychiatrie doch weiter den Rotstift anzusetzen.

Formell verabschiedet wird die neue Psychiatrie-Übereinkunft vom Regionsrat am Montag, 25. Mai.

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Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
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