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Saisonende: Freiwillige für den Küchengarten gesucht

Saisonende: Freiwillige für den Küchengarten gesucht

Saisonende: Freiwillige für den Küchengarten gesucht

Gravenstein/Gråsten
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Hans Corneliussen und Annette Liin machen die Beete fertig für den Winter. Foto: Karin Riggelsen

Der Königliche Küchengarten am Gravensteiner Schloss geht nach seiner ersten Saison in die Winterpause. Was im neuen Jahr besser laufen soll und warum der Schlossgarten einen Verein für Freiwillige gründen will, verrät Gartenchef Bjarne Nørgaard.

Genau fünf Monate ist es her, seit Gärtnerlehrling Hans Corneliussen einen Sellerie-Setzling in ein Beet im Königlichen Küchengarten am Gravensteiner Schloss gepflanzt hat. Seitdem ist viel passiert.

Tausende Besucher haben sich den neuen Garten angesehen, Königin Margrethe kam zur Einweihung im Juli, und jetzt ist Hans Corneliussen dabei, im Garten klar Schiff zu machen. Der Herbst hat begonnen, die Sellerie sind geerntet, und die Saison ist vorbei.

Zeit für die Zwischensaat

„Alle Beete werden geleert und mit Zwischensaat versehen. Die wird im Frühjahr untergegraben, und so erhält die Erde neue Nährstoffe“, erklärt Gärtnerlehrling Corneliussen, während er am Dienstag zusammen mit Gärtnerin Annette Liin im Küchengarten arbeitet.

Noch blühen die letzten Blumen des Sommers in den Hochbeeten. Foto: Karin Riggelsen

In einer Ecke liegen die letzten Kürbisse der Saison, das meiste Gemüse ist beim Erntemarkt im September an Besucher verteilt worden. Auch Pflegeheime und Institutionen haben Gemüse und Obst aus dem Küchengarten erhalten.

Das Verteilen und der Verkauf von Produkten soll in der kommenden Saison systematischer vor sich gehen, sagt der leitende Gärtner Bjarne Nørgaard.

Genehmigungen für Gemüse-Verkauf

„Wir untersuchen im Augenblick, wie das vor sich gehen kann. Wir benötigen dafür gewisse Genehmigungen von den Behörden. Sicher ist: Wir wollen nicht, dass Lebensmittel übrig bleiben und nicht genutzt werden. Hier arbeiten wir an einer Lösung.“

Ebenfalls ausgefeilter werden soll die Beschilderung der Beete. „Damit die Leute besser sehen, was sie vor sich haben.“ Der Besucheransturm, so Nørgaard, habe alle Erwartungen übertroffen. „Das waren weitaus mehr Menschen, als wir dachten!“

Wintergarten und Café sind bereits in den Winterschlaf geschickt worden. Foto: Karin Riggelsen

Das Arbeitspensum ist hoch, das haben die vergangenen fünf Monate gezeigt. Der Garten wird von den Gärtnern der Schlossbehörde gemeinsam mit den Mitarbeitern des sozialpsychiatrischen kommunalen Angebots „Væksthuset“ betrieben. „Die machen ihre Arbeit richtig gut. Ob wir in der neuen Saison noch weitere Arbeitskräfte benötigen, werden wir sehen“, so der leitende Gärtner.

Verein für freiwillige Helfer

Damit sich noch mehr Hände um die Beete und Anlagen kümmern können, soll ein Verein für Freiwillige entstehen. „Im November findet ein Infotreffen im Paradehaus des Küchengartens statt. Dort werden wir darüber informieren. Wir haben bereits Anfragen von 15 bis 20 Personen, die gerne mitarbeiten wollen. Wir wollen interessierten Bürgern gerne die Möglichkeit geben, mitzuarbeiten“, so Nørgaard. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.

Garten weiter offen

Bis dahin gilt: Wenn tagsüber montags bis freitags im Garten gearbeitet wird und die Pforte offen steht, sind Besucher willkommen, vorbeizuspazieren. Und Ende des Jahres soll im Küchengarten ein Weihnachtsmarkt stattfinden, auch hierzu wird der Termin noch bekannt gegeben.

Für Hans Corneliussen und Annette Liin geht der Arbeitsalltag derweil weiter. Beete jäten und umgraben, Zwischensaat einsäen und den Garten in den Winterschlaf schicken. Am 1. April 2021, so der Plan, wird die neue Saison im Königlichen Küchengarten eröffnet. Sellerie inklusive.

Die Beete werden jeden Tag ein bisschen leerer, dafür pflanzen die Gärtner Zwischensaaten. Foto: Karin Riggelsen

Der Königliche Küchengarten

  • Der Königliche Küchengarten am Gravensteiner Schloss dient seit 1960 dazu, die königliche Familie mit Gemüse und Obst zu versorgen, wenn sich die Familie im Schloss aufhält.

  • Mit dem 22 Millionen Kronen teuren Projekt ist die 7.500 große Gartenanlage nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Bauherr ist die Schloss- und Kulturbehörde.

  • Im Juli und August hat der Garten täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Ab September ist die Gartenanlage donnerstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr zugänglich. Der Eintritt ist kostenlos.
  • Gruppen können Führungen über „Visit Sønderborg“ buchen.
  • Café, Laden und Garten werden neben den Schlossgärtnern von Mitarbeitern des kommunalen sozialpsychiatrischen Angebots „Væksthuset“ betrieben.
  • Folgende Stiftungen haben das Projekt unterstützt: Bitten og Mads Clausens Fond, Louis Hansens Fond, Fabrikant Mads Clausens Fond, BHJ Fonden, Sydbank Fonden, Elsass Fonden und Michael Jebsen Fonden
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