Vandalismus

Ein breites Band von Sachbeschädigung zieht sich durch den Ort

Ein breites Band von Sachbeschädigung zieht sich durch den Ort

Breites Band von Sachbeschädigung zieht sich durch den Ort

Tingleff/Tinglev
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Der Staketenzaun von Karla Petersen ist fast vollständig zerstört. Foto: Thomas Muntzeck

Ein Blick in die sozialen Medien zeigt, dass nicht nur die deutschen Schulen in Tingleff Opfer mutwilliger Zerstörungswut wurden.

„Ich habe mich einfach so geärgert, dass ich ein Foto von dem Zaun machen und auf Facebook posten ,musste‘“, sagt der Tingleffer Thomas Muntzeck auf Anfrage des „Nordschleswigers“ .

Als er am Sonntag den Zaun seiner Nachbarin Karla Petersen am Skovvangen sah, drückte er auf den Auslöser seiner Handykamera. Etliche Meter des weißen Gartenzauns waren offensichtlich um- und zum Teil regelrecht kaputt getreten worden.

„Ich kann es natürlich nicht beweisen, aber die Vermutung liegt nahe, dass es sich um die gleichen Jungen handelt, die in der Nacht zu Sonntag auch an den deutschen Schulen ihr Unwesen getrieben haben“, stellt er fest.

Einer der längsten Gartenzäune des Ortes

Von den 16 Sektionen des weiß lakierten Staketenzauns mit Unterbögen hat kaum eine den Tritten des Vandalen standgehalten. „Ich denke, ich habe einen der längsten Gartenzäune Tingleffs und den möchte ich eigentlich auch gerne beibehalten“, sagt die 84-jährige Karla Petersen und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Wenn der Garten vielleicht nicht tiptop ist, soll zumindest der Gartenzaun schön anzusehen sein.“

Mehrere Briefkästen sind in der Nacht zu Sonntag eingetreten oder eingeschlagen worden. An dem rechten Briefkasten bissen sich die Vandalen offensichtlich die Zähne aus. „Ich hoffe, du bist zumindest Manns genug, wenigstens die beiden anderen Briefkästen zu ersetzen", schrieb dieser Facebook-Nutzer in seinem Post auf „Tinglev Info.“ Foto: privat

Die 84-Jährige hat die Sachbeschädigung bei der Polizei angezeigt. Sohn Kurt ist am Montag eigens aus Varde angereist, um der Mutter bei den Aufräumarbeiten und beim Ausfüllen der Dokumente für Polizei und Versicherung zu helfen. Er schätzt die Reparaturkosten auf 10.000 bis 15.000 Kronen. „Das letzte Mal habe ich den Zaun selbst gemalt. Das schaffe ich körperlich nicht mehr“, bedauert die rüstige 84-Jährige.

Viele besorgte Besucher

Karla Petersen kann dem umgetretenen Zaun auch etwas Positives abgewinnen. „Ich hatte am Sonntag viele Besucher. Viele Freunde und Bekannte kamen vorbei, um sich anzufragen, wie es mir geht“, erzählt sie. Sogar Leute, die sie eigentlich nur vom Sehen kannte, klingelten an ihrer Tür, um sich über ihr Befinden zu erkundigen.

Im Laufe des Sonntags häuften sich auf der Facebookseite „Tinglev Info.“ die Bilder und Nachrichten von beschädigten oder ganz zerstörten Mülleimern, Bänken, Briefkästen, Gartenlampen und, und, und.

Centerplatz bis Skovvangen

Ein breites Band von Sachbeschädigung zog sich offensichtlich in der Nacht zu Sonntag durch den Ort: Facebook-Nutzer meldeten von Beobachtungen am Centerplatz, von der Lillegade, sowie vom Kastanievej, Grønnevej und natürlich vom Skovvangen.

Wie Thomas Muntzeck eingangs so richtig feststellt, so liegt es nahe, dass das Duo, das von den Videokameras der Schulen aufgezeichnet wurde, auch für die anderen Taten verantwortlich ist.

Der umfassende Vandalismus in Tingleff erhitzte am Sonntag die Gemüter offensichtlich so arg, dass die Administratoren der Facebookseite „Tinglev Info.“ einige Beiträge löschen und einen Nutzer sperren mussten, weil sie sich im Ton vergriffen hatten. Foto: privat

Facebook-Einträge gelöscht

Die beiden Jugendlichen sollten sich freuen, wenn sie von der Polizei geschnappt werden und nicht einem Tingleffer Einwohner in die Hände fallen. Die Administratoren der Facebook-Gruppe sahen sich gezwungen, einige Facebookbeiträge und -kommentare zu löschen und sogar einen Nutzer zu sperren.

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Nils Sjøberg
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