Kinderbetreuung

Die Chefin im Kindergarten tobt und tanzt gerne

Die Chefin im Kindergarten tobt und tanzt gerne

Die Chefin im Kindergarten tobt und tanzt gerne

Lügumkloster/Løgumkloster
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Die neue Abteilungsleiterin auf einem Klettergerüst
Sarah-Lena Knudsen auf dem Spielplatz des Kindergartens Foto: Monika Thomsen

Abteilungsleiterin Sarah-Lena Knudsen hat sich in Lügumkloster gut eingelebt. Die Arbeit mit den Kindern und Kollegen macht ihr großen Spaß.

Ein frischer, junger Wind weht im deutschen Kindergarten in Lügumkloster mit Abteilungleiterin Sarah-Lena Knudsen. Mittlerweile hat sich die junge Chefin, die im August 2019 ihren Dienst antrat, gut an ihrem Wirkungsort eingelebt.

Mit der Arbeit in der deutschen Minderheit hat die 27-Jährige aus Aventoft kein Neuland betreten. Nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin hat sie im Kindergarten in Tingleff/Tinglev als Vertretungskraft gearbeitet und war bis Dezember 2018 im Kindergarten in Rapstedt/Ravsted tätig. Danach hat sie in einer Kindertagesstätte südlich der Grenze, in Klanxbüll, Leitererfahrung gesammelt.

Die deutsche und die dänische Sprache

„Ich wollte immer schon Leitung machen“, sagt die Pädagogin, die im Gepäck die Zweisprachigkeit mitbringt. „Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich die Stelle hier bekommen habe“, berichtet sie in ihrem kleinen Büro im ersten Stock. Neben ihrer Vollzeitstelle studiert sie im Rahmen eines Fernstudiums soziale Arbeit.
Ihre Vorgängerin Anita Carlsen-Rausch hatte nach rund sieben Jahren eine neue berufliche Herausforderung angenommen.

Drei Kinder und zwei Erwachsene spielen ein Spiel am Tisch
Mädchen unter sich: Sarah-Lena Knudsen und Kathrin Mikkelsen (r.) spielen mit den Mädels eine Runde „Mäuse-Trio". Foto: Monika Thomsen

An ihrem neuen Arbeitsplatz unter dem Dach des DKCT (Deutsche Kindertagesstätten und Clubs in der Kommune Tondern) fühlt sie sich sehr wohl.

Ein tolles Team

„Wir haben ein tolles Leitungsteam. Das gibt einem sehr viel Kraft, und wir sind immer füreinander da. Wir können uns über alles austauschen und andere Sichtweisen erörtern“, sagt sie mit Blick auf das Team mit Gesamtleiterin Ute Zander, Jeising, und die Abteilungsleiterinnen aus Tondern und Jeising/Jejsing, Bente Büchner-Carstensen und Maria Petersen.

Sarah-Lena Knudsen fühlt sich auch im Kreis ihrer sieben Kollegen vor Ort sehr gut aufgenommen.

Die gute Zusammenarbeit und die gute Kommunikation sind mir sehr wichtig, da wir alle zusammen in einem Boot sitzen.

Sarah-Lena Knudsen, Abteilungsleiterin

„Die gute Zusammenarbeit und die gute Kommunikation sind mir sehr wichtig, da wir alle zusammen in einem gemeinsamen Boot sitzen“, sagt die Abteilungsleiterin, die vorrangig bei den „Riesen“ (den ältesten Kindern) und im Club tätig ist.

„Wir haben tolle Kinder. Das bringt total viel Spaß. Kinder können einem so viel Freude geben. Wenn sie morgens mit einem Lachen ankommen, dann weiß ich gleich, das wird ein guter Tag“, sagt sie mit einem strahlenden Lächeln. Die Vorfreude auf den Kindergarten-Neubau an der Schule, der nun in die Planungsphase geht, ist groß.

Die Abteilungsleiterin und zwei Mädchen
Die beiden Mädchen bewirten die Abteilungsleiterin mit ihren Sandkreationen. Foto: Monika Thomsen

„Es ist wichtig, dass die Kinder sich schützen können“

Ihr Hobby, die Kampfkunst Jiu-Jitsu, die sie in Tondern ausübt, will sie in ihre Arbeit einfließen lassen. „Ich habe früher Kung Fu und Karate trainiert und habe Selbstverteidigungskurse für Kinder, Jugendliche und Frauen geleitet. Ich finde es total wichtig, dass die Kinder sich schützen können und man sich selbst verteidigen kann. Auch damit sie ein Selbstwertfühl haben, um sich behaupten zu können.“

Zur Frage, ob sie meint, dass wir in einer besonders gewaltvollen Welt leben, sagt sie: „Nein, es ist aber wichtig, gut auf sich selbst aufpassen zu können. Es kann schneller gehen, als man denkt. In einer solchen Situation sind vielleicht nicht gerade viele da, die einem helfen“, so die Pädagogin, die keinen Bogen um das Herumtoben mit den Jungen macht.

„Sie möchten gerne kämpfen und Kräfte ausprobieren. Dann lernen sie auch die Grenzen kennen, und ich vermittle ihnen kleine Tricks und Befreiungsgriffe. Ich liebe es, herumzutoben und zu tanzen“, fällt ihr die Vermittlung dieser Sachen nicht schwer.

Jungen auf der Schaukel und die Abteilungsleiterin steht daneben
Die Jungen lassen sich gerne auf der Schaukel anschieben. Foto: Monika Thomsen

Zudem möchte sie den kreativen Kindertanz und den Choreografie-Tanz einbringen. „Die Kinder und ich suchen gemeinsam ein Lied aus. Sie überlegen sich dann Schritte und ich schreibe die Choreografie."

Yoga in Kinderhöhe

Ein weiterer angedachter Vorstoß, den sie schon etwas im Sportunterricht praktiziert, ist Kinder-Yoga. „Die Kinder werden auf spielerische Art herangeführt, wenn sie zum Beispiel in die Rolle als Tier schlüpfen“, veranschaulicht sie mit Gesten, wie die Kinder zum Schmetterling oder Baum werden.

„Lügumkloster ist eine schöne, kleine Stadt ,und der Wald gefällt mir sehr gut. In diesem Jahr wollen wir zwei Wochen in den Wald gehen“, sagt sie, und somit geht die übliche Waldwoche in die Verlängerung.

Viel Bewegung

„Dort gibt es schön viel Platz. Bei uns ist der Spielplatz ja sehr klein. Er ist aber gut eingeteilt und bietet gute Möglichkeiten. Wir spielen viel Verstecken und Fangen, wo man sich bewegen muss“, berichtet Sarah-Lena Knudsen beim Gang zum Spielplatz.

Zwei Mädchen versorgen sie dort an der kleinen Hütte begeistert mit selbst gebackenen Sand-Pizzen.

Skal vi essen?

Ein Junge aus der Riesen-Gruppe

Als aus dem Fenster ein Zuruf bekannt gibt, dass bei den „Riesen" Essenszeit angesagt ist, meint ein Junge „Skal vi essen?"

Danach unterbricht er mit seinen Kameraden das Spielen und alle begeben sich in die Schlange, um ihre Stiefel abzuputzen, bevor es zum Essen geht.

In Regie des Kindergartens werden zurzeit insgesamt 51 Kinder in den verschiedenen Altersgruppen betreut.
Diese verteilen sich folgendermaßen:
• Riesen, 4-6 Jahre: 15
• Trolle, 3-4 Jahre: 11
• Zwerge, 0-3 Jahre: 6
• Clubkinder (im Schulgebäude): 19

Kinder stehen Schlange, um ihre Stiefel abzuputzen
Erst werden die Stiefel gebürstet, dann geht es rein. Foto: Monika Thomsen
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