Deutsche Einrichtungen

Kindergarten mit viel Natur und rollender Schulstart

Kindergarten mit viel Natur und rollender Schulstart

Kindergarten mit viel Natur und rollender Schulstart

Tondern/Tønder
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Im Kindergarten in Jeising geht der Betrieb am Mittwoch wieder los. Foto: Monika Thomsen

Die drei deutschen Kindergärten legen Mittwoch mit Toilettenwagen und zusätzlicher Raumkapazität los. In der Ludwig-Andresen-Schule gibt es einen rollenden Start. Als Erstes stehen die Hygieneregeln auf dem Stundenplan.

Seit die Corona-Zwangspause vor vier Wochen einsetzte, ruht der Betrieb auch in den deutschen Einrichtungen in der Kommune Tondern. Am Mittwoch, 15. April, erfolgt unter Berücksichtigung der Schutzmaßnahmen gegen die Ansteckungsgefahr des Coronavirus ein neuer Start.

Der kommunale Ausschuss für Kinder und Schulen stellte am Dienstagvormittag politisch die Weichen für die Wiederaufnahme des Betriebs der Kindertagesstätten und der kommunalen Schulen. Der Stadtrat zog um 17 Uhr nach und gab ebenfalls grünes Licht.

„Wir sind richtig gut vorbereitet"

Wie ist der Stand der Dinge bei den Deutschen Kindergärten und Clubs in der Kommune Tondern (DKCT)?„Wir sind richtig gut vorbereitet“, erläutert die Gesamtleiterin Ute Zander dem „Nordschleswiger“.

In den drei Kindergärten und Krippen in Lügumkloster, Jeising und Tondern werden etwa 70 Kindergarten- und ungefähr 20 Krippenkinder betreut. Dazu kommen 70 Schüler in den Schulfreizeitordnungen/Clubs in Lügumkloster und Tondern.

Zwischen Absperrband und Desinfektionsmittel

„Da wir mit den kommunalen Einrichtungen gleichgestellt sind, fühlen wir uns von der Kommune sehr gut mitgetragen“, so Ute Zander. Dies reiche über Informationen bis hin zu Absperrband für die Außengelände, Desinfektionsmittel und Reinmachekräfte.Sie erwartet, grob gerechnet, dass etwa zwei Drittel der Kinder am Mittwoch kommen werden. Bei den SFO-Nutzern sei es nicht mal die Hälfte. „Montag geht es aber richtig los.“

Auch im Kindergarten in Lügumkloster halten die Kids ab Mittwoch wieder ihren Einzug. Foto: Archiv Monika Thomsen

Die größte Herausforderung

Die größten Herausforderungen bringen die räumlichen Bedingungen, da pro Kleinkind sechs Quadratmeter und pro Kindergartenkind vier Quadratmeter freie Fläche zur Verfügung stehen müssen.

„Somit gibt es statt für zehn Kinder nur Platz für fünf und einen Mitarbeiter. Wir brauchen durch die kleineren Gruppen auch viel mehr Mitarbeiter. Daher übernehmen viele unserer Vikare feste Funktionen.“

Gemeindehaus gibt Spielraum

In Lügumkloster kann der DKCT auf das Gemeindehaus ausweichen und auch wie in Tondern Räumlichkeiten der Schule nutzen. „Wir haben mit den Schulen eine gute Zusammenarbeit. Das ist klasse. Und dann habe ich das erste Mal in meinem Leben einen Toilettenwagen bestellt“, sagt Ute Zander mit einem Lachen.

In Tondern reicht bei den neuen Bedingungen die Toilettenkapazität nicht aus, und in Lügumkloster wird ein Toilettenwagen von einer Familie zur Verfügung gestellt.

Außenwaschbecken werden montiert

Während der Hausmeister Pfähle einschlug und Flatterband anbrachte, mussten in Tondern beim Club und beim Kindergarten noch zwei Außenwaschbecken installiert werden.

Über Ostern musste auch Übersetzungsarbeit geleistet werden, um die Anweisungen für Mitarbeiter und Eltern auf Deutsch zu übersetzen und zu laminieren.„Wir sind richtig Profis geworden“, meint die Gesamtleiterin mit Blick auf die digitale Kommunikation anhand der vielen Videokonferenzen der vergangenen Wochen.

Die Gesamtleiterin Ute Zander berichtet, dass die Einrichtungen gut auf die neue Situation vorbereitet sind. Foto: Jane Rahbek Ohlsen

Mehr Spielzeug für draußen

Während im Inneren des Kindergartens wegen der Forderung nach dem zweimal täglichen Säubern nahezu alles Spielzeug weggepackt worden ist, wird draußen aufgerüstet. So sind Bälle und Sandspielzeug bestellt worden, damit jeder abgetrennte Bereich mit fünf bis sieben Kindern gut ausgestattet ist.

„Dann haben wir ein supertolles Angebot von Büchereileiterin Marie Medow, die mit der Betreuung der SFO-Gruppe in Tondern hilft, da die Bücherei ja geschlossen ist“, freut sich Ute Zander.

Viele Eingänge

„Zum Glück führen viele Türen zu den drei Kindergärten hinein. Die Eltern kommen durch unterschiedliche Türen und wissen genau, welche sie nehmen sollen. Es gibt dann ein festes Ritual, dass die Brotdosen in den jeweiligen Korb für diesen Kindergartenbereich gelegt werden“, sagt die Gesamtleiterin.

Einen neuen Einsatz gibt es für eine Gaderobe aus dem geschlossenen Kindergarten in Osterhoist.

Für das Putzen des Spielzeugs sind bestimmte Vikare zuständig, und für das Saubermachen als solches können von der Kommune mehr Reinigungskräfte angefordert werden.

Wenn die Kinder eintreffen, wird erst mal nichts so sein wie vorher. Dies trifft auch für Geschwisterkinder zu, die zusammen in Gruppen betreut werden.

Rollender Schulstart

In der benachbarten Ludwig-Andresen-Schule geht es am Mittwoch, 15. April, mit einem „rollenden Schulstart“ mit 57 Schülern der Klassenstufen 0 bis 3 los, wie Schulleiterin Bonni Rathje-Ottenberg erläutert. Am Freitag, 17. April, stoßen dann 25 Schüler der Klassenstufen 4 bis 5 dazu. Dann werden 82 der insgesamt 132 Schüler von 8 bis 12 Uhr vor Ort unterrichtet.

Hygieneregeln im Vordergrund

„Wir werden an den ersten drei Tagen mit den Schülern die neuen Routinen einstudieren, und die Hygieneregeln stehen im Vordergrund. Die Schüler, die am Aula-Eingang in Empfang genommen werden, gehen erst mal in die Küche zum Händewaschen. Die Klassen 0 und 2 mussten wir wegen ihrer Größe in zwei Gruppen trennen“, so die Schulleiterin.

An der Ludwig-Andresen-Schule fangen die vier jüngsten Jahrgänge am Mittwoch an. Foto: Archiv Jane Rahbek Ohlsen

Verschobene Pausen

Wegen des Abstandskriteriums gibt es verschobene Pausen, und jede Gruppe muss für sich bleiben. Die Schüler werden auch nicht die Unterrichtsräume wechseln.

„Wir werden viel draußen sein, aber das ist natürlich auch vom Wetter abhängig“, so die Schulleiterin. Sie ist froh, dass jetzt die ursprüngliche Empfehlung, dass Kinder aus Häusern mit Covid-19-Erkrankungen die Einrichtungen besuchen dürfen, vom Tisch ist.

Bereit für die Wiederöffnung

„Wir sind klar. Wir haben überall die Klassen so eingerichtet, dass die zwei Meter Abstand eingehalten werden“, berichtet mit Connie Meyhoff-Thaysen die Leiterin der Deutschen Schule Lügumkloster.

Die Klassengemeinschaft drei und vier hat mit ihren elf Schülern den größten Klassenraum erhalten, wenn der Unterricht für die 33 der 39 Schüler am Mittwoch losgeht.

Videounterricht wird teils aktuell

„Da einige Kollegen nicht kommen können, da sie in der Risikogruppe sind, werden wir teilweise Videounterricht durchführen“, berichtet sie. Diese Möglichkeit sei auch am Dienstag im Rahmen einer Videokonferenz getestet worden.

Ausreichend Waschbecken

Die Schule ist, was Waschbecken angeht, gut bestückt, da vor jedem Klassenraum und in der Vorklasse ein Waschbecken ist, das für die neuen Verhältnisse aufgerüstet wurde. Die Renovierung der Toiletten wurde am Dienstag abgeschlossen.Die Einrichtung kann auf ihr weitläufiges Außengelände zurückgreifen, sodass es dort während der Pausen keine Engpässe gibt.

In Lügumkloster steht den Schülern ein weitläufiges Außengelände zur Verfügung. Es gibt auch Überlegungen, den Parkplatz für verschiedene Spiele miteinzubeziehen. Foto: Archiv Monika Thomsen
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