Wissenschaft

Studierende erforschen alten Hof

Studierende erforschen alten Hof

Studierende erforschen alten Hof

Süderseiersleff
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Der Hof Sejerslevgaard mit Jahreszahl 1797 besteht aus Teilen, die über 100 Jahre älter sind als die Angabe am Giebel vermuten lässt. Foto: Volker Heesch

Eine Gruppe der Architektenschule Aarhus vermisst und zeichnet Baustruktur im Sejerlevgaard. Bauteile des Hofs sind älter als bisher vermutet.

Eingemummelt in warme Kleidung und ausgestattet mit Zeichenbrettern, Zollstöcken, aber auch modernsten Lasermessgeräten, sind in dieser Woche ein Dutzend Studierende aus der Architektenschule Aarhus in Wohnstuben, Küche und Wirtschaftsräumen des historischen Bauernhofes „Sejerslevgaard“ in Süderseiersleff im Einsatz, um eingehend die Bausubstanz und auch einzelne Bauelemente von Fenstern und Türen bis zur Ständerbauweise des im westschleswigschen Stil errichteten Hauses zu erforschen.

Nur in einigen Räumen sorgen Öfen für etwas Wärme, während der scharfe Südostwind heftig durch den Stall pfeift. „Die Eigentümerin Pernille Bejer und der Freundeskreis des Hofes haben uns die Durchführung eines Studienprojektes ermöglicht“, berichtet Kursleiterin Birgitte Tanderup Eybye. Sie erläutert, dass der Einsatz des Architektennachwuchses in dem alten Gebäude in einen ausführlichen Bericht umgesetzt wird. Während der Projektarbeit wohnen die Studierenden im Kierhof in Hoyer.

Auch die dortige historische Bausubstanz hat schon Eindruck bei den künftigen Architekten hinterlassen, die hoffen, dass ihre Arbeitsergebnisse mit dazu beitragen, dass „Sejerslevgaard“ in den kommenden Jahren in den Genuss von Fördermitteln kommen kann. Das laut den am Ostgiebel angebrachten Jahreszahlen 1797 errichtete Bauernhaus steht zwar seit 1991 unter Denkmalschutz. Seitdem konnten aber noch keine tiefgreifenden Maßnahmen durchgeführt werden, um das wertvolle Gebäude langfristig zu sichern.

„Im Rahmen des Projektes werden auch Vorschläge zu einer künftigen Nutzung des Gebäudes erarbeitet, berichtet Birgitte Tanderup Eybye. Im Gespräch ist eine Nutzung als Center für das nordschleswigsche Bauerbe. „Es sind sogar Baumaterialien aus der Renaissance im Gebäude zu finden“, schwärmt die Architektin. Wahrscheinlich sind bei den Bauarbeiten im Jahre 1797 Teile älterer Gebäude wiederverwendet worden. Im Haus, in dem beispielsweise Teile eines barocken Alkovens als Schrank weitergenutzt wurden, sind viele Bauelemente zu finden, die Aufschluss geben, wie in früheren Jahrhunderten im Westen Nordschleswigs Häuser gebaut worden sind.

Architektin Pernille Bejer arbeitet seit Jahren mit dem Freundeskreis und dessen ehrenamtlich tätigen Mitgliedern an der Instandsetzung des Hofes.

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