Deutsche Minderheit

Weichen für Schließung gestellt

Monika Thomsen
Monika Thomsen Journalistin
Osterhoist/Øster Højst
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Die Spielgeräte werden nach Rapstedt umziehen. Foto: Monika Thomsen

Die Stimmberechtigten stimmten der Schließung zum 31. Dezember zu. Letzter Schultag in Osterhoist ist am 30. November.

Auf der ersten außerordentlichen Generalversammlung der Deutschen Schule Osterhoist (DSO) sind die formalen Weichen für eine Schließung zum Jahresende gestellt worden. „Es ist keine schöne Sache, dass wir die Schule schließen müssen, es ist aber leider die Tatsache“, erklärte der Vorsitzende der Einrichtung, Regin Hansen, in seiner Begrüßung.

Anke Tästensen, bis Ende September Schulleiterin der DSO und der Deutschen Schule Rapstedt, erwähnte, dass die Situation ja nicht neu sei. „Es ist sehr schade, aber die Schülerzahl liegt jetzt bei neun. Dass durch die Zusammenarbeit alle Schüler nach Rapstedt wechseln, finde ich gut. Im Prinzip ist es eine Art Fusion der beiden Schulen“, so die designierte Schulrätin des Deutschen Schul- und Sprachvereins für Nordschleswig (DSSV).

Übertragung der Liegenschaft

Unter der Versammlungsleitung des früheren Vorsitzenden Gert Carstensen votierten die sechs Stimmberechtigten unter den zwölf Teilnehmern für die Schließung der Schule zum 31. Dezember und dafür dass das Gebäude und das Gelände an den DSSV übertragen werden. Alternativ hätte der örtliche Vorstand den Verkauf des Schulgebäudes regeln sollen. Auch der Auflösung des Schulvereins wurde zugestimmt. Schulrat Claus Diedrichsen erläuterte, dass der DSSV den Landwirtschaftlichen Hauptverein für Nordschleswig (LHN) für die Übertragung und den Verkauf einschaltet.

„Wir wollen das Gebäude so schnell wie möglich loswerden, um Kosten für die Instandhaltung und Wärme zu umgehen“, sagte Diedrichsen. Es gelte zu klären, inwieweit während der vergangenen 30 Jahre Investitionsmittel aus der Bundesrepublik in das Gebäude geflossen sind. Das Bundesverwaltungsamt in Berlin fordert einen entsprechenden Nachweis. Mit Blick auf das Inventar haben sich die beiden Vorstände darauf geeinigt, dass alles, was sinnvoll in Rapstedt eingesetzt werden kann, dorthin wandert. Dies gilt auch für die Spielgeräte auf dem Außengelände.

Schulleiter Jan Röhrig berichtete, dass Freitag, 30. November, der letzte Schultag in Osterhoist ist. Derzeit werden die 25 Schüler jeweils freitags in Osterhoist unterrichtet und an den anderen vier Tagen der Woche in Rapstedt. Röhrig freute sich, dass es eine Lösung für die zwei Osterhoister Kolleginnen Uta Hamann und Martina Domke gibt, die ab Januar nach Pattburg wechseln.

Die Schulfreizeitordnung und der Kindergarten in Osterhoist laufen bis Ende Juni 2019 weiter. Die drei Kindergartenkinder werden als mobile Gruppe im Hort in Jeising betreut. „Ich finde es toll, dass alle Eltern mitkommen nach Rapstedt, und ich hoffe, ihr werdet euch genauso gut fühlen wie in Osterhoist. Wir werden alles dafür tun“, erklärte der Rapstedter Vorsitzende Klaus Ehnstedt. Das zweite Treffen zur Auflösung des Schulvereins findet am Dienstag, 20. November, 17 Uhr, statt.

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