Coronavirus

Forderung: Keine Begrenzungen für Grenzpendler

Forderung: Keine Begrenzungen für Grenzpendler

Forderung: Keine Begrenzungen für Grenzpendler

Nordschleswig/Kopenhagen
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Grenzübergang Pattburg
Gerade noch rechtzeitig: Der Fahrer eines dänischen Autos wird kurz vor Schließung der Grenze in Pattburg/Padborg auf die Uhrzeit hingewiesen. Foto: Karin Riggelsen

Schärfere Regeln für Arbeitnehmer aus dem Ausland dürfen nicht Grenzpendler treffen. So lautet die Forderung sowohl von der Region Sønderjylland-Schleswig als auch von mehreren Parteien.

Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.) sieht ein Infektionsrisiko bei Arbeitnehmern aus dem Ausland. Dies erklärte sie auf einer Pressekonferenz Montagabend.

Trotz Nachfrage ließ sie es offen, ob dies auch zu Einschränkungen für Grenzpendler führen kann.

Die Vorsitzende der Region Sønderjylland-Schleswig, Simone Lange, hat nun einen Brief an die Staatsministerin geschrieben, sie auf die große Bedeutung der Arbeitsmobilität für Arbeitnehmer, aber auch Arbeitgeber in der Region aufmerksam gemacht.

Hier verdeutlicht sich auch, dass die Pendler an der deutsch-dänischen Grenze kaum ein Gesundheitsrisiko ausmachen, da beiderseits der Grenze vergleichbare Vorschriften gelten.

„Für die Region Süddänemark und viele Arbeitsplätze – private wie öffentliche nördlich und südlich der Grenze – ist es absolut erforderlich, dass die Arbeitnehmer über die Grenze zur Arbeit kommen können und das weiterhin ohne allzu viele Formalitäten. Ein gutes Beispiel ist das deutsche Gesundheitspersonal in den süddänischen Krankenhäusern“, sagt dazu auch der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Region Sønderjylland-Schleswig, Preben Jensen.

Mette Frederiksen will die Frage der Infektionsgefahr von ausländischen Arbeitnehmern mit den Parteien im Folketing diskutieren. Hier geht es vor allem um Saisonarbeiter und Wanderarbeitnehmer.

Unterschied zwischen Pendlern und anderen ausländischen Arbeitnehmern

Der Beschäftigungssprecher bei der Sozialistischen Volkspartei, Karsten Hønge, setzt sich dafür ein, dass Arbeitnehmer bei der Ankunft aus dem Ausland zwei Wochen in Quarantäne müssen.

„Dies ergibt jedoch für Grenzpendler keinen Sinn, und hier sehe ich auch kein größeres Risiko“, sagt er dem „Nordschleswiger“.

„Grenzpendler fahren ja täglich nach Hause und können so den nötigen sozialen Abstand waren, während zum Beispiel ausländische Bauarbeiter häufig zu vielen auf engem Raum zusammenwohnen.“

Auch Christian Juhl von der Einheitsliste sieht Handlungsbedarf, doch will er sich nicht von Vornherein auf eine Quarantäne festlegen.

„Vor allem brauchen wir jetzt eine gründliche Beratung durch die Gesundheitsbehörde, damit wir wissen, wo wir tatsächlich ein reales Risiko mindern können. Ich denke hier vor allem an die Länder, in denen es eine sehr hohe Zahl von Infizierten gibt. Bei den Pendlern aus Deutschland ist dies ja nicht der Fall“, sagt er.

Juhl kann sich vorstellen, dass statt einer Quarantäne auch Tests ein probates Mittel sein können.

„Wir sollten aber auch kontrollieren, ob an den Arbeitsplätzen die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden“, schließt Juhl.

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