Grenzschließung

Polizei: Es lief ruhiger als erwartet

Polizei: Es lief ruhiger als erwartet

Polizei: Es lief ruhiger als erwartet

Nordschleswig/Sønderjylland
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Grenzübergang Krusau
Kontrolle am Grenzübergang Krusau Foto: Karin Riggelsen

Für die Beamten der dänischen Polizei war der Sonnabend Großeinsatztag: Die Grenze musste aus Furcht vor dem Coronavirus abgeriegelt werden. Der Chef der Ausländerpolizei in Pattburg ist zufrieden mit den Kollegen – und den Bürgern.

Dänemark hat am Sonnabend, 12 Uhr, seine Grenzen geschlossen. Pendler dürfen einreisen. Touristen werden abgewiesen. Das Einreiseverbot aus Furcht vor dem Coronavirus gilt bis Ostern, 13. April, also vier Wochen.

Für die Polizei war der Sonnabend ein arbeitsreicher Tag. Doch es sei alles nach Plan verlaufen – und teilweise sogar besser als gedacht, sagt Brian Fussing, Chef der polizeilichen Ausländerkontrollabteilung West (UKA Vest) mit Sitz in Pattburg/Padborg.

„Es lief alles ganz still und ruhig ab. Viele haben offenbar auf das gehört, was Behörden und Medien mitgeteilt haben, und sich daran gehalten“, so der Politiinspektør.

Weniger Verkehrsdruck als erwartet

„Und es gab weniger Verkehr und Druck, als wir gedacht haben, wir haben teilweise an Übergängen weit und breit kein Fahrzeug gesehen“, sagt er. Die Rückstaus auf der deutschen Seite seien weniger heftig ausgefallen, als befürchtet.

Laut Fussing hat die Polizei sich intensiv auf den Tag vorbereitet.

Von den 13 bestehenden Grenzübergängen zwischen Dänemark und Deutschland sind nun nur noch drei in Betrieb geblieben.

Dabei handelt es sich um Seth/Sæd bei Tondern/Tønder im Westen, Krusau/Kruså im Osten und den Autobahn-Grenzübergang bei Fröslee/Frøslev an der A7/E45. Diese drei Übergänge werden ständig besetzt sein. Alle anderen zehn Übergänge sind sowohl für die Einreise als auch für die Ausreise komplett gesperrt.

„An den geschlossenen Grenzübergängen gibt es keine stationäre Polizei, aber es gibt Patroullien“, so Fussing.

Einreiseerlaubnis: „Es kann sehr viele Szenarien geben“

Wie viele Beamte am Sonnabend im Einsatz waren, wollte er „aus Prinzip“ nicht benennen. An der Grenze müssen sie oft Fingerspitzengefühl zeigen. Denn die Regeln dazu, wer ins Land darf, und wer nicht, lassen Spielraum für Interpretationen.

Wichtig sei, dass Einreisewillige einen triftigen Grund haben. „Es kann sehr viele Szenarien geben“, sagt Fussing. Dänische Staatsbürger kämen selbstverständlich ins Land, „Ausländer mit einem anerkennungswürdigen Vorhaben“ ebenso. Die Polizei würde „von Situation zu Situation“ entscheiden.

Fast 3.000 kontrollierte Personen

Wie die Polizei von Südjütland und Nordschleswig am späten Abend mitteilte, sind am Sonnabend bis 21 Uhr insgesamt 2960 Personen an den drei Grenzübergängen kontrolliert worden. 131 von ihnen wurden zurückgewiesen. Es habe keine bemerkenswerten Staus gegeben und „die allermeisten haben die Kontrollen mit Verständnis und guter Laune hingenommen. Auch jene, die zurückgewiesen wurden“, so die Polizei in einer Mitteilung.

Am Sonntagmorgen, 7.30 Uhr, betrug die Zahl der Kontrollierten 3.748 Personen. 608 sind zurückgewiesen worden.

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