Nordschleswig-Mittel

Projekte in der Minderheit werden gefördert

Projekte in der Minderheit werden gefördert

Projekte in der Minderheit werden gefördert

Nordschleswig
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Die Kinder der deutschen Minderheit in Nordschleswig sollen sich gemeinde- und institutionsübergreifend früh kennenlernen – wie hier beim Kindergartentag. Für das Projekt Kinderdorf im Sommer 2020 hat die Bildungsstätte Knivsberg nun einen Zuschuss bekommen. Foto: Karin Riggelsen

Das sommerliche Kinderdorf auf dem Knivsberg, ein Forschungsprojekt, die W!R-Beilage und ein Digitalisierungsprojekt gehören zu den Projekten, die Fördermittel vom BDN-Hauptvorstand bekommen haben.

Der Hauptvorstand des Bundes Deutscher Nordschleswiger hat aus dem Topf der Nordschleswig-Mittel eine Reihe von Projekten in der deutschen Minderheit 2020 finanziert.

Da es zu einigen Anträgen der Verbände noch offene Fragen gibt, die zu klären sind, werden alle Anträge noch einmal gesammelt auf der Hauptvorstandssitzung im Dezember besprochen.

Vergangenheitsbewältigung

600.000 Kronen gehen an die Einrichtung einer Doktoranden-Forschungsstelle in Zusammenarbeit mit der Süddänischen Universität. Damit soll herausgefunden werden, ob und wie die zentrale Gedenkstätte der deutschen Volksgruppe in Nordschleswig auf dem Knivsberg künftig zu einem historischen Lernort werden kann.

Die Forscherstelle ist auf drei Jahre ausgelegt und bereits ausgeschrieben worden. Die Ausgaben sind mit insgesamt rund 1,8 Millionen Kronen veranschlagt. Die deutsche Minderheit trägt davon ein Drittel. Laut Plan soll der BDN seinen Anteil 2020 tragen – untersucht werden soll aber noch, ob die Zahlung eventuell auf 2021 oder 2022 verschoben werden kann.

Kinderdorf auf dem Knivsberg

169.500 Kronen stehen für das Gemeinschaftsprojekt „Kinderdorf" zwischen der Bildungsstätte Knivsberg und dem Deutschen Schul- und Sprachverein für Nordschleswig zur Verfügung.

Im Sommer wurde den Kindern der Kindergärten in Apenrade ein zweiwöchiger Aufenthalt auf dem Knivsberg ermöglicht – ab 2020 sollen alle deutschen Kindergärten in Nordschleswig für zwei Wochen auf den Berg ziehen können.

Ziel ist es, dass alle Kinder der Altersgruppe 3-6 Jahre und aus ganz Nordschleswig sich bereits früh kennenlernen. Das Projekt benötigt vor allem Buskosten von bis zu 142.000 Kronen, da die Kinder von den Kindergärten auf den Knivsberg gefahren werden.

Digitalisierungsprojekt der Minderheit

Bis zu 600.000 Kronen haben „Der Nordschleswiger", die Zentralbücherei, der Sozialdienst und die Kirche für ein Digitalisierungsprojekt erhalten. Im Laufe des Strategieprozesses hin zu einem Online-Medium ist „Der Nordschleswiger" auf eine große Herausforderung für die Minderheit aufmerksam geworden: Viele Kernleser des „Nordschleswigers" (Abonnenten der Papierzeitung) sehen sich bisher nicht in der Lage und/oder gewillt, Online-Angebote zu nutzen.

Nach Aussage vieler besteht eine Hemmschwelle, in die Nutzung von PC, Tablet oder Smartphone einzusteigen. Eine Projektmitarbeiterin soll 2020 die Digitalisierung innerhalb der Minderheit voranbringen. Dabei geht es nicht nur um die digitalen Angebote des „Nordschleswigers", sondern auch darum, andere digitale Plattformen der Minderheit (Kirche, Bücherei, BDN-Webshop und andere) sowie öffentliche Angebote wie E-Boks, borger.dk und sundhed.dk zu nutzen.

Die Projektmitarbeiterin soll unter anderem Kurse für neue Nutzer ausarbeiten und Leute ausbilden, die anderen helfen können, sogenannte Super-User.

Letztes Jahr mit der W!R-Beilage

Der Bund Deutscher Nordschleswiger hat die vergangenen Jahre eine W!R-Beilage finanziert, die mit dem „Nordschleswiger" verschickt und direkt in Schulen und Kindergärten an Eltern verteilt wird. Auch 2020 wird es davon vier Folgen geben – im Frühjahr, zum Knivsbergfest, zum Deutschen Tag und zum Jahresende.

Ab 2021 wird „Der Nordschleswiger" in Verbindung mit der Digitalisierung eine eigene Beilage produzieren. Daher entfällt die W!R-Beilage. Für die Produktion 2020 hat der Hauptvorstand 100.000 Kronen bewilligt.

Projekte in die Warteschleife

Kein Geld gab es zunächst für die Schleswigsche Partei (SP) in Verbindung mit ihrem 100-jährigen Jubiläum 2020. Neben einem Empfang will die SP auch eine Jubiläumsschrift herausgeben. Die SP wurde gebeten, den Antrag zu überarbeiten, da die beantragte Summe in Höhe von 178.000 Kronen zu hoch sei.

Auch mögliche Änderungen am Parkplatz beim Haus Nordschleswig wurden zunächst geparkt. Für 335.000 Kronen könnten zehn neue Parkplätze geschaffen werden, doch das war dem Hauptvorstand zu teuer. Es wird nach anderen Lösungen gesucht. Der Parkplatz ist durch Mitarbeiter und Besucher mehr als ausgelastet, und Ausweichmöglichkeiten sind auch rar, weil sowohl der Parkplatz an der Handelsschule als auch der beim alten Seminar in der Regel voll belegt sind.

Das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig hatte in Verbindung mit dem Neubau der Sporthalle durch Hans Michael Jebsen einen Antrag auf neue Geräte und Material gestellt. Es fehlen dem Gymnasium 250.000 Kronen, doch dieses Geld soll über andere Wege gefunden werden, zum Beispiel durch Stiftungen oder Sponsoren.

Auch ein gemeinsamer Personaltag für alle Angestellten in den Verbänden und Institutionen der Minderheit steht für 2021 noch in der Warteschleife.

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