Eishockey

Galbraith und SønderjyskE lassen Aalborg verzweifeln

Galbraith und SønderjyskE lassen Aalborg verzweifeln

Galbraith und SønderjyskE lassen Aalborg verzweifeln

Aalborg
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Foto: Rene Schütze/Ritzau Scanpix

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Der Weg ist noch weit, doch die SønderjyskE-Fans träumen schon vom Finale um die dänische Eishockeymeisterschaft. Wer mag es ihnen verdenken, denn sie sind nach einem beeindruckenden 5:1-Auswärtssieg und einer 2:0-Führung in der Halbfinalserie gegen die Aalborg Pirates mit einem sehr guten Bauchgefühl die Heimreise angetreten.

Der amtierende dänische Meister aus Aalborg sucht weiterhin vergeblich nach dem Rezept gegen das taktisch disziplinierte und gut gestaffelte SønderjyskE-Kollektiv. Die Hellblauen und nicht zuletzt der überragende Patrick Galbraith im Tor haben dem ratlos wirkenden Starensemble aus Aalborg ganz offensichtlich den Zahn gezogen. Mit großer Selbstsicherheit, ja fast schon Arroganz, pflückte der langjährige Nationaltorhüter die Schüsse des Gegners.

Der Frust sitzt beim Titelverteidiger schon tief, nicht nur auf dem Eis. So ließ sich Pirates-Direktor Thomas Bjurring im Schlussdrittel zu einer verbalen Entgleisung hinreißen, als Galbraith spektakulär gegen Thomas Spelling parierte. „Du Idiot! Dann will man verdammt noch mal auch kein Tor erzielen“, brüllte Bjurring von der Tribüne.

Die SønderjyskE-Spieler konnten mit dem 5:1-Sieg in Aalborg die fast schon beängstigende Serie gegen die Pirates ausbauen: Fünf Siege in Folge mit einem Torverhältnis von 22:4!

 

Foto: Rene Schütze/Ritzau Scanpix

Der Trend der vorangegangenen Duelle zwischen den beiden Teams setzte sich auch in der gut gefüllten Bentax Arena in Aalborg weiter fort. Philip Marinaccio war im Anfangsdrittel der auffälligste Spieler auf dem Eis. Seine Überzahl-Kombination mit Matt Prapavessis war ein Leckerbissen und führte zum 0:1, als gleich zwei Aalborg-Spieler eine Zeitstrafe abbrummen mussten. Marinaccio traf später den Pfosten, ließ sich aber auch zu einem Revanchefoul hinreißen und musste auf die Strafbank. Die Gastgeber hatten in Überzahl einige gute Chancen, die alle von Patrick Galbraith zunichte gemacht wurden, ansonsten kam der Titelverteidiger nur selten gefährlich vors Tor. Auf der anderen Seite hätten auch Anders Førster und Matt Prapavessis alleine vor dem gegnerischen Torwart die Führung ausbauen können.

Das Bild änderte sich im zweiten Drittel. Die Aalborg Pirates machten mächtig Druck und schnürten SønderjyskE ein, doch die Gäste verteidigten sich geschickt und schlugen bei einem der wenigen Entlastungsangriffe zu. Verteidiger Rasmus Nielsen erhöhte mit einem seiner seltenen Tore. Die Hausherren wurden nur im Powerplay so richtig gefährlich. Mit einem Mann mehr auf dem Eis fiel auch der Anschlusstreffer. Es musste aber schon ein spektakuläres Tor her, um Patrick Galbraith zu überwinden. Spencer Humphies hämmerte die Hartgummischeibe unter die Querlatte, doch nicht viel weniger spektakulär war die Antwort von T.J. Moore, der mit seiner Direktabnahme über den Innenpfosten die Netzmaschen fand.

Das 1:3 nahm den Piraten den Wind aus den Segeln. SønderjyskE übernahm im Schlussdrittel wieder die Kontrolle über die Begegnung und schaukelte die Führung nicht nur über die Zeit, sondern konnte sie noch ausbauen. Die Hellblauen können sich bereits im Heimspiel am Sonntag ab 14.30 Uhr einen Matchball erzwingen.

Aalborg Pirates - SønderjyskE (0:1,1:2,0:2) 1:5

0:1 Philip Marinaccio (6:09/Ass.: Matt Prapavessis, Frederik Bjerrum/5 gegen 3), 0:2 Rasmus Nielsen (34:56/Ass.: Christian Silfver), 1:2 Spencer Humphries (36:44/5 gegen 4), 1:3 T.J. Moore (39:23/Ass.: Martin Eskildsen, Frederik Bjerrum), 1:5 T.J. Moore (57:55/Ass.: Philip Marinaccio).

Zeitstrafen: Aalborg 3x2 – SE 1x10 (Philip Marinaccio) und 6x2 Minuten. Schiedsrichter: Mads Frandsen/Niclas B. Lundsgaard. Zuschauer: 4.003.

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