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Der bittere Abend von Prag ist abgehakt

Der bittere Abend von Prag ist abgehakt

Der bittere Abend von Prag ist abgehakt

Plzen
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Pierre Kanstrup im Playoff-Hinspiel zur Europa League 2016 gegen Sparta Prag. Foto: Karin Riggelsen

Pierre Kanstrup denkt mehr mit Freude als mit Trauer an das erste Europapokal-Abenteuer mit SønderjyskE zurück.

Pierre Kanstrup ist seit Winter wieder im SønderjyskE-Trikot und kehrt nun mit seiner Mannschaft nach Tschechien zurück, wo er vor vier Jahren die vielleicht bitterste Stunde seiner Karriere erlebte. Der dänische Vizemeister 2016 stand Millimeter vor dem Einzug in die Gruppenphase der Europa League, verlor aber nach 2:0-Führung gegen Sparta Prag mit 2:3 und schied aus.

„Ich kann mich gut daran erinnern. Ich kann mich sogar sehr deutlich daran erinnern, aber ich habe es verdaut und weggesteckt. Mittlerweile denke ich mehr mit Freude als mit Trauer daran zurück“, sagt Pierre Kanstrup im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“: „Für uns als Mannschaft war das gesamte Europapokal-Abenteuer ein großes Erlebnis und der Weg dahin fantastisch. Es ist unerhört, dass ein Klub von der Größenordnung SønderjyskEs so weit kommen und bei Sparta Prag mit 2:0 führen kann. Die letzte Viertelstunde hat nicht so viel Spaß gemacht, aber unterm Strich sind meine Erinnerungen an das Europapokal-Abenteuer positiv.“

Sparta Prag erzielte den 3:2-Siegtreffer fünf Minuten vor Schluss und wurde anschließend Gruppensieger vor dem möglichen Playoff-Gegner Hapoel Beer-Sheva sowie Southampton und Inter Mailand.

Pierre Kanstrup holte mit dem Pokalsieg die erste große Trophäe seiner Karriere. Foto: Karin Riggelsen

Ein SønderjyskE-Sieg gegen Sparta Prag wäre eine Sensation gewesen. Die Aufgabe gegen Viktoria Plzen ist keineswegs leichter.

„Viktoria Plzen ist eine gute Mannschaft. Eine Mannschaft, die den FCK aus dem Champions-League-Playoff ausgeschaltet hat. Wenn wir keinen Respekt vor diesem Gegner hätten, wären wir Idioten. Wir dürfen aber keine Angst haben. Die Entscheidung fällt über 90 Minuten. Da ist was drin, ich betrachte es nicht als unmöglich“, meint der 31-Jährige: „Das wäre zweifelsohne ein großer Triumph, wenn wir eine starke Mannschaft wie Viktoria Plzen ausschalten und vielleicht sogar in die Gruppenphase der Europa League einziehen würden. Da würden viele Leute die Augen aufsperren. Das würde für ein Klub wie SønderjyskE wahnsinnig viel bedeuten. Als ich mein erstes Europapokal-Spiel für Brøndby machte, war ich jung und habe noch nicht verstanden, welche Bedeutung diese Spiele haben. Jetzt bin ich reifer geworden und sehe, wie groß diese Spiele sind.“

SønderjyskE ist eine von nur vier Mannschaften, die in der laufenden Saison Dänemark auf der europäischen Bühne vertreten. Das Abschneiden ist auch für die Fünfjahreswertung der UEFA nicht ohne Bedeutung.

„Daran habe ich nicht gedacht, und darum habe ich mich nicht gekümmert. Ich spiele nur für SønderjyskE. Das ist nur ein Plus, wenn auch Punkte für Dänemark rausspringen“, so der Abwehrchef, der nicht nach Tschechien gereist ist, um einen Schönheitspreis zu gewinnen. Ein dreckiger Sieg oder ein Erfolg nach Elfmeterschießen würde ihm auch schmecken.
Elfmeter sind geübt worden, aber die Situation ist eine ganz andere, wenn man erst im Elfmeterschießen steht.

„Das kann man nicht richtig üben. Man kann beim Traning zehnmal in Folge den Ball in den Torwinkel hämmern, aber wenn dann wirklich zu einem Elfmeterschießen kommen sollte, ist die Anspannung eine ganz andere“, meint Pierre Kanstrup.

Sparta Prag - SønderjyskE 2016

Sparta Prag - SønderjyskE (1:2) 3:2

0:1 Mikael Uhre (35.), 0:2 Troels Kløve (40.)., 1:2 David Lafata (44.), 2:2 Josef Sural (69.), 3:2 Jakub Brabec (85.)

SønderjyskE: Marin Skender – MARC PEDERSEN, Mathias Maak, PIERRE KANSTRUP, MARC DAL HENDE – Janus Drachmann – Troels Kløve, Nicolaj Madsen, Marcel Rømer, JOHAN ABSALONSEN – Mikael Uhre.
Eingewechselt: Kees Luijckx, Simon Kroon, Sakari Mattila.

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