Energie aus Abwasser

Weichen gestellt für Klimaschutz durch Fernwärmeprojekt in Krusau

Weichen gestellt für Klimaschutz durch Fernwärmeprojekt in Krusau

Weichen gestellt für Klimaschutz durch Fernwärmeprojekt in K

Krusau/Kruså
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In der Meierei Krusau produziert der genossenschaftliche Lebensmittelkonzern Arla aus der dort angelieferten Milch hauptsächlich Appetina-Käse für Salatgerichte. Foto: Volker Heesch

Projekt zur Einspeisung von Überschusswärme der Arla-Meierei Krusau ins Pattburger Fernwärmenetz läuft an. Der örtliche Fernwärmeversorger hofft auf Interesse der Bürger in Krusau an Anschluss an Fernheizung.

Im Juni hat die Pattburger Fernwärmeversorgung Padborg Fjernvarme die Zusammenarbeit mit der Arla-Meierei in Krusau bekannt gegeben, mit der ein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden kann. Jetzt sind die Weichen für das Vorhaben, mit dem künftig bisher ungenutzte Überschusswärme des Meiereibetriebs für die Fernwärmeheizungen in Pattburg und möglichst auch bald in Krusau eingesetzt werden kann, gestellt.

„Es ist ein Projektvorschlag ausgearbeitet worden. In den kommenden Wochen erwarten wir einen positiven Bescheid des Apenrader Stadtrates“, so der Vorsitzende von Padborg Fjernvarme, das konservative Stadtratsmitglied Jan Riber Jakobsen, gegenüber dem „Nordschleswiger“.

Fernwärmegesellschaft investiert 13 Millionen Kronen

Die Fernwärmegesellschaft investiert rund 13 Millionen Kronen in das Vorhaben. „Es wird ein 40-Fuß-Container an der Meierei aufgestellt, der vor allem mit Wärmepumpen ausgestattet ist“, so Riber Jakobsen. Auch eine Versorgungsleitung Krusau-Bau wird neu verlegt.

Er erläutert, dass mithilfe weiterer Technik aus dem 28 Grad warmen sauberen Abwasser aus dem Meiereibetrieb, das bisher ungenutzt Richtung Flensburger Förde abgeleitet wird, die Energie entzogen und zugleich Wasser für die Fernwärmeversorgung auf 70 Grad erhitzt wird.

Wärme aus Abwasser reicht für 511 Haushalte

Es wird Wärme für 511 Haushalte aus dem Meierei-Abwasser gewonnen“, so der Vorsitzende der Gesellschaft, die aktuell rund 1.760 Haushalte vor allem in Bau und Pattburg mit Wärme versorgt.

„Wir hoffen, dass wir in den kommenden Jahren zahlreiche Häuser in Krusau an das Fernwärmenetz anschließen können“, so Riber Jakobsen, der berichtet, dass dort viele Häuser aktuell noch mit Strom, Erdgas oder auch Öl beheizt werden.

Hoffnung auf mehr Fernwärmekunden

„Es besteht ja künftig keine Anschlusspflicht mehr“, so der Kommunalpolitiker, der aber optimistisch ist, dass sich viele Bürger für die klimafreundliche Versorgung der Fernwärme entscheiden.

„Wir verfügen über eine weitgehend kohlendioxidneutrale Energieversorgung“, so Riber Jakobsen und weist darauf hin, dass sich die Pattburger Fernwärmeversorgung bisher ganz auf Lieferungen des Flensburger Kraftwerkes stützt, das weitgehend ohne fossile Brennstoffe auskommt und schon seit Jahrzehnten als System der Kraftwärmekopplung als umweltfreundliches System gilt, bei dem bei der Stromerzeugung anfallende Restwärme für die Fernwärmeversorgung genutzt wird.

Auch Sonnenkollektoren im Einsatz

In Pattburg steht daneben eigene Technik zur Nutzung von Sonnenenergie, eine Sonnenkollektorenanlage von 14.000 Quadratmetern Ausdehnung, zur Verfügung. Mit der Nutzung der Abwärme der Meierei wird die Energieversorgung noch umweltfreundlicher. Vor allem, wenn parallel Gas- und Ölheizungen aus dem Verkehr gezogen werden, die ja unter Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid arbeiten.

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