Marsch

Legan-Projekt verzögert sich: Neuer Architekt musste her

Legan-Projekt verzögert sich: Neuer Architekt musste her

Legan-Projekt verzögert sich: Neuer Architekt musste her

Hoyer/Højer
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Das Schöpfwerk in Legan wurde 1929 gebaut. Foto: Nordschleswiger-Archiv

Seit 1929 ist das Schöpfwerk in Legan der wichtigste Teil des Entwässerungssystems in der Tonderner Marsch. Ab Herbst 2020 soll die Pumpenstation – wenn auch mit Verspätung – auch für die Vermittlung der Natur- und Kulturschätze der Marsch genutzt werden.

Eigentlich war eine Eröffnung der neuen Marschen-Ausstellung im Speicher der Mühle in Hoyer, der Mühle selbst und der neuen Vermittlungsstation in Legan geplant. Die Ausstellung ist im August eingeweiht worden, in der Mühle steht eine umfassende Renovierung bevor, und beim Schöpfwerk an der deutsch-dänischen Grenze geht das Projekt im Rahmen des Projekts Tonderner Marsch Initiative in die Verlängerung.

Neue Firma ausgesucht

Die Ursache ist: Der Vertrag mit dem dafür beauftragten Architekten wurde aus finanziellen Gründen beendet. In einem neuen Unternehmen, das seinerzeit bei der Ausschreibung auf Platz zwei kam, ist ein neuer Partner gefunden worden. „Die Skizzen des gekündigten Vorgängers dürfen nach einer Überarbeitung weiter verwendet werden“, erklärt der Pressesprecher des Gesamtprojekts, Ulrik Pedersen. Nun wird mit der Fertigstellung bis zum Herbst 2020 gerechnet. Ziel ist es, so wenig wie möglich an der Außenansicht und am Innenleben des Schöpfwerks zu verändern, unterstreicht Pedersen.

Plattform für Vogelfreunde

Im Aufgabenbereich der Firma liegt auch die Verwandlung der Wiedauschleuse in eine dritte Vermittlungsstation und ein Vogelausguck am alten Deich von 1861. Die Wiedauschleuse möchte die Tonderner Marsch Initiative mit einer Aussichtsplattform ausstatten, von der aus die Besucher einen Blick über die Weite des Wattenmeeres und die Marsch werfen können. Dieser Plan bedarf aber umfassender Verhandlungen mit mehreren Instanzen. Vom Ausgang der Gespräche sind das künftige Aussehen und die Fertigstellung dieses Teilprojekts abhängig. Im Gebäude nördlich der Schleuse soll eine Naturschule in Zusammenarbeit mit der Naturbehörde eingerichtet werden.

Tunnel durch Deich

Entsprechend viel „Redebedarf“ dürfte es in Sachen Vogelausguck zwischen den Behörden und der Tonderner Marsch Initiative geben. Eine Ausnahme vom Gesetz der Tonderner Marsch ist nötig, um den Ausguck im Bereich der Kleigruben zu bauen. „Es werden zurzeit noch Untersuchungen vorgenommen“, erklärt Ulrik Pedersen zu diesen Plänen. So soll ein Tunnel durch den Deich gegraben werden. Der Ausguck soll in die Erde mit „Spion“-Glas zur Beobachtung der Vögel „eingegraben“ werden. Die Menschen können herausschauen, die Vögel aber nicht rein.

Die Tonderner Marsch Initiative nennt diese Lösung spektakulär, die ihresgleichen in Dänemark sucht.

Fertigstellung frühestens 2021

Dazu sollen auch Parkplätze für Pkw und Busse eingerichtet werden – alles im Bereich, der vom Naturschutzgesetz für die Tonderner Marsch umfasst ist. Und wer dieses restriktive Gesetz kennt, weiß, wie schwer es ist, von den Bestimmungen abzuweichen. Daher wird auch frühestens mit einer Fertigstellung – wenn überhaupt – im Jahr 2021 gerechnet.

Der Plan hat schon in Reihen einiger kritischer Hoyeraner für Unruhe gesorgt, da sie einen Gesetzesbruch befürchten.

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