Geburt an Bord eines Schiffes

Sylter Baby kam im dänischen Havneby zur Welt

Sylter Baby kam im dänischen Havneby zur Welt

Sylter Baby kam im dänischen Havneby zur Welt

DGzRS/hee
Havneby
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Die Seenotretter Christopher Kölln, Holger Speck und Gerhard Reinfeld (v.l.n.r.) waren während der Geburt an Bord der „Pidder Lüng“ für die DGzRS im Einsatz. Foto: DGzRS

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Bei nächtlichem Einsatz des Lister DGzRS-Rettungskreuzers „Pidder Lüng“ kam der kleine Bosse im Hafen der Insel Röm zur Welt: Die glückliche Mutter kehrte mit dem Neugeborenen wohlbehalten auf ihre Heimatinsel zurück.

Da es auf der Insel Sylt keine Entbindungsstation mehr gibt, reisen hochschwangere Frauen seit einigen Jahren zur Geburt ihrer Kinder auf das Festland. In den frühen Morgenstunden des Ostersonntags ist ein kleiner Junge an Bord des Seenotrettungskreuzers „Pidder Lüng“ zur Welt gekommen.

Hebamme orderte Seenotrettungskreuzer

Bei der 25-jährigen Mutter des Kindes hatte sich zu nächtlicher Stunde die Geburt angekündigt, weshalb die zuständige Hebamme einen Transport der Frau aufs Festland mithilfe des in List stationierten Rettungskreuzers der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) organisierte. Ein Krankenwagen sollte die Frau in Havneby in Empfang nehmen, um sie in eine Klinik nach Flensburg zu fahren, berichtet die DGzRS in einer Pressemitteilung.

Ein Hubschraubereinsatz war zu der nächtlichen Stunde nicht möglich gewesen. Der kleine Bosse hatte es aber so eilig, dass er bereits um 4.02 Uhr zur Welt kam, als die „Pidder Lüng“ gerade in Havneby festgemacht hatte.

Die Geburt an Bord des Rettungskreuzers, der über einen kleinen Hospitalsbereich verfügt, verlief so gut, dass er mit Hebamme, Mutter und Kind nach List zurückkehren konnte, wo der Vater sie schon erwartete.

Der an Bord des Seenotrettungskreuzers geborene Junge hat den Namen Bosse erhalten. Sein Geburtsort ist die Kommune Tondern, zu der der Hafen von Havneby zählt, in dem er zur Welt gekommen ist. Foto: DGzRS

Die Hebamme lobte die tolle Atmosphäre an Bord des Schiffes, das für medizinische Notfälle ausgerüstet ist.

In Dänemark geboren

Keine Angaben liegen dazu vor, ob der kleine Bosse in der Geburtsstatistik der Kommune Tondern erscheint. Immerhin ist er in dänischem Hoheitsgebiet geboren worden. Die deutsch dänische Grenze verläuft seit 1920 im Lister Tief zwischen den Inseln Sylt und Röm. Angesichts der während der vergangenen Jahren mehrfach verschärften Bestimmungen beim Erwerb der dänischen Staatsbürgerschaft dürfte das Sylter Baby wohl kaum einen dänischen Pass erhalten.

„Pidder Lüng“ nach Freiheitshelden benannt

Die „Pidder Lüng“, benannt nach einem vom Dichter Detlef von Liliencrom (1844-1909) literarisch in einer Ballade verewigten Sylter, der dem Amtmann von Tondern, Henning Pogwisch, im 16. Jahrhundert Paroli bot und als friesischer Freiheitsheld gilt, ist 2013 in Dienst gestellt worden.

Das 22 Knoten schnelle Schiff steht auch für Einsätze im dänischen Seegebiet bereit. Bei einem Tiefgang von nur 1,30 Metern kann es sehr gut im flachen Wattenmeer eingesetzt werden. Finanziert wurde der Rettungskreuzer durch Spendengelder in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Die DGzRS hat bereits 1882 eine Seenotrettungstation in List eingerichtet.

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