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Vier von zehn Arbeitern aus Osteuropa wählen eine „gelbe” Gewerkschaft

Vier von zehn Arbeitern aus Osteuropa wählen eine „gelbe” Gewerkschaft

Vier von zehn Arbeitern aus Osteuropa wählen eine „gelbe” Gewerkschaft

jt
Kopenhagen
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Foto: Wilfred Gachau/Ritzau Scanpix

Über die Hälfte der Arbeiter aus Osteuropa, die sich für einen längeren Zeitraum in Dänemark niederlassen, sind Mitglied in einer Gewerkschaft – viele aber in einer „gelben” Gewerkschaft, zeigt eine neue Studie. Die Gewerkschaft 3F ist deshalb unzufrieden.

Seit 2004 strömen Mitarbeiter aus dem östlichen Europa nach Dänemark, um sich hier eine Arbeit zu suchen. Seitdem versuchen dänische Gewerkschaften in größter Mühe, diese Arbeitnehmer zu organisieren, berichtet die Online-Zeitung Avisen.dk.

Eine neue Studie des Forschungszentrums für Arbeitsmarkt- und Organisationsstudien (FAOS) zeigt, dass 57 Prozent der Arbeiter aus Osteuropa, die sich mindestens fünf Jahre in Dänemark aufhalten, Mitglied in einer Gewerkschaft sind. Die Studie zeigt jedoch, dass vier von zehn der Mitarbeiter aus dem östlichen Europa sich in einer sogenannten „gelben” Gewerkschaft organisiert haben. Bei „gelben” Gewerkschaften ist der Mitgliedsbeitrag typischerweise niedriger, als bei den größeren Gewerkschaften, die, im Gegensatz zu den „gelben” Gewerkschaften, Tarifverträge mit den Arbeitgebern vereinbart haben.

Die Gewerkschaft 3F zeigt sich über diese Entwicklung unzufrieden. „Wir sind natürlich nicht zufrieden, dass so viele Mitarbeiter aus Osteuropa eine solche Gewerkschaft wählen. Wir haben ein Ziel, dass jeder Lohnempfänger, der innerhalb unseres Bereiches arbeitet, sich auch bei uns anmeldet”, erklärt 3F-Verbandssekretär Henning Overgaard zu Avisen.dk. Er unterstreicht jedoch, dass die neuen Zahlen der Studie ihn nicht überrascht hätten.

Bei der „gelben” Gewerkschaft Det Faglige Hus ist die Freude über die vielen neuen Mitglieder in dessen groß. „Eine Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft ist wichtig, wenn man sich in einem fremden Land integrieren möchte. Zugleich trägt eine Mitgliedschaft dazu bei, für geordnete Arbeitsverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt zu sorgen”, sagt der Gesellschaftsvorsitzende Johnny Nim.

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