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Bundestag bewilligt zehn Millionen Kronen für Flüchtlingsmuseum Varde

Bundestag bewilligt zehn Millionen Kronen für Flüchtlingsmuseum Varde

Berlin bewilligt zehn Millionen Kronen für Flüchtlingsmuseum

DN
Varde
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Ingo Gädechens
Ingo Gädechens Foto: Deutscher Bundestag/Achim Melde

Jubel in Varde über den deutschen Handschlag für ein dänisches Projekt. Der CDU-Abgeordnete Ingo Gädechens feiert einen parlamentarischen Erfolg im Haushaltsausschuss.

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat auf seiner Sitzung am Donnerstag den Bundeshaushalt 2020 verabschiedet und dabei einen Zuschuss in Höhe von 1,3 Millionen Euro (10 Millionen Kronen) für die Pläne eines dänischen-deutschen Flüchtlingsmuseums in Oksbøl zur Verfügung gestellt. Museumsdirektor Claus Kjeld Jensen zeigte sich „hoch erfreut“ und betonte, die Zusage aus Berlin sei ein entscheidender Schritt zur Verwirklichung des Projekts.

„Ich hoffe sehr, dass mit dieser Entscheidung das Projekt auskömmlich finanziert ist und diese Umsetzung schnellstmöglich angegangen werden kann“, sagt der schleswig-holsteinische Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens (CDU), der sich als Mitglied des Haushaltsausschusses besonders für die Bewilligung eingesetzt hatte.

„Vor dem Hintergrund des kommenden 100-jährigen Jubiläums zur Volksabstimmung in Schleswig hat dieses Projekt für die deutsch-dänische Freundschaft eine große Bedeutung“, betonte der Abgeordnete aus dem Wahlkreis Ostholstein-Stormarn, der seit 2009 dem Deutschen Bundestag angehört.

Der Antrag war besonders durch das Auswärtige Amt unterstützt worden – auf Vorschlag der deutschen Botschaft Kopenhagen. Die früheren Botschafter Michael Zenner, Claus Robert Krumrei und Andreas Meitzner hatten sich in den vergangenen Jahren selbst vor Ort in Oksbøl über die Pläne der Kommune informiert und dabei ihre aktive Unterstützung zugesichert.

Auch ein Geschenk für die Deutschen

Museumsdirektor Claus Kjeld Jensen: „Wir können vor Freude fast nicht mehr die Arme runterkriegen. Diese Spende ist an sich schon historisch, und für uns wirkt sie wie eine Erlösung auf dem Wege zur Finanzierung, damit wir dann hoffentlich im Frühjahr den ersten Spatenstich machen können.“

Jensen betonte, es gebe ein großes Interesse auf deutscher Seite an den Museumsplänen, und er verwies darauf, dass täglich viele Deutsche den Flüchtlingsfriedhof besuchen, wo viele Nachkommen Blumen an den Gräbern ihrer damals verstorbenen Familienmitglieder hinterlegen. „Es gibt viele Geschichten, die in Deutschland schwer zu vermitteln sind, und deshalb ist ein solches Museum in vielerlei Hinsicht auch ein Geschenk für das deutsche Volk.“

Siegfried Matlok, der seit Jahren als ehrenamtlicher Deutschland-Berater dem Museum Varde bei den Museumsplänen zur Seite steht, dankte dem Bundestagsabgeordneten Inge Gädechens für den „großartigen Einsatz“ im Haushaltsausschuss und hob auch die Vermittler-Rolle des Landesbeauftragten von Schleswig-Holstein, Staatssekretär Ingbert Liebing, hervor, der Anfang des Jahres in Berlin Vertreter des Museums Varde und schleswig-holsteinische Bundestagsabgeordnete zu einem Informationsgepräch in die schleswig-holsteinische Landesvertretung nach Berlin eingeladen hatte.

An dem Gespräch nahmen die Bundestagsabgeordneten Astrid Damerow und Ingo Gädechens (beide CDU ) und SPD-MdB Mathias Stein teil – ebenso der dänische Botschafter in Berlin, Friis Arne Petersen, und der Presse-und Kulturchef der deutschen Botschaft Kopenhagen, Lasse Rodewald, der die aktive Unterstützung der deutschen Botschaft unterstrich.

„Das war der Durchbruch, und Ingo Gädechens Initiative hat nun erreicht, was viele gehofft, aber kaum für möglich gehalten hatten. Dieser Zuschuss von 1,3 Millionen Euro ist ein offizieller deutscher Handschlag für das Projekt.“

Staatssekretär Liebing äußerte seine große Freude über den Erfolg und stellte fest, „dass die Sitzung in der Landesvertretung entscheidend war, um die zuständigen Abgeordneten des Deutschen Bundestages für dieses Thema zu sensibilisieren. Mich freut, dass ich daran mitwirken konnte“.

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