Klimawandel

Studie zum Meeresspiegel: Esbjerg trifft es am schlimmsten

Studie zum Meeresspiegel: Esbjerg trifft es am schlimmsten

Studie zum Meeresspiegel: Esbjerg trifft es am schlimmsten

Esbjerg
Zuletzt aktualisiert um:
Die Westküste vor Esbjerg – bis 2100 wird der Pegel den Forschern zufolge deutlich ansteigen. Foto: Michael Drost-Hansen / Ritzau Scanpix

Forscher sind sich sicher: Der Anstieg des Meeresspiegels trifft Esbjerg mit am stärksten im ganzen Land. Um bis zu 63 Zentimeter wird der Meeresspiegel dort bis 2100 ansteigen.

Wie hoch wird der Meeresspiegel in 80 Jahren sein? Forscher der geologischen Institution GEUS („De Nationale Geologiske Undersøgelser for Danmark og Grønland”) haben das in einer neuen Studie untersucht. Das Ergebnis: Im ganzen Land wird der Pegel spürbar ansteigen, doch Esbjerg wird davon weitaus stärker betroffen sein als Kopenhagen oder Skagen.

Die Experten haben geologische Aufzeichnungen über die Veränderung im Meeresspiegel aus den vergangenen 2.000 Jahren mit modernen Beobachtungen der Gezeitenmessung kombiniert. So konnten bisherige Anstiege des Meeresspiegels miteinander verglichen und analysiert werden. Anhand globaler Messdaten wurden dann lokale Pegelwerte für Esbjerg, Kopenhagen und Skagen errechnet.

Die Forscher haben zwei Szenarien durchgespielt

Die Forscher haben dabei zwei Szenarien durchgespielt: Einen Pegelstand, falls die UN-Klimaziele der Pariser Erklärung erreicht werden (das sogenannte 4,5-Szenario). Und einen, falls der weltweite Schadstoffausstoß auf gleichem Niveau wie heute fortgesetzt wird (das sogenannte 8,5 Szenario).

Geht der Ausstoß von Treibhausgasen und Schadstoffen ungebremst weiter, steigt der Meeresspiegel um 64 Zentimeter in Skagen, um 77 Zentimeter in Kopenhagen und um 89 Zentimeter in Esbjerg. Wird das Pariser Klimaabkommen in die Tat umgesetzt, sind es jeweils „nur“ 51, 39 und 63 Zentimeter in den genannten Städten.

Die Berechnungen der GEUS-Forscher Foto: GEUS

„Wir können schon jetzt sagen, dass Esbjerg zum Ausgang des Jahrhunderts einen Anstieg des Meeresspiegels erleben wird, der dem Anstieg der vergangenen 20 Jahrhunderte entspricht“, so Forscher Kristian K. Kjeldsen. „Und im Jahr 2100 wird der Unterschied im Anstieg zwischen Skagen und Esbjerg 25 Zentimeter betragen.

Das ist enorm auf dieser relativ kurzen Distanz von 300 Kilometern zwischen den beiden Städten“, so der Mitverfasser der Studie.

„Schuld“ an den großen lokalen Unterschieden ist mal wieder die Eiszeit. Während sich die Landmasse auf Skagen – einst unter den Eismassen gelegen – heute stetig nach oben bewegt, fällt die Gegend bei Esbjerg tendenziell ab. So trifft ein steigender Meeresspiegel die sinkende Westküste umso härter.

Eine Konsequenz wird sein, dass schwere Überschwemmungen gehäuft auftreten. „Das, was wir als extreme Situationen beschreiben, wird in naher Zukunft weitaus normaler sein. Und zum Ausgang des Jahrhunderts wird das, was in Skagen eine Extremsituation darstellt, in Esbjerg regelmäßig vorkommen“, so Forscher William Colgan.

https://www.geus.dk/om-geus/nyheder/nyhedsarkiv/2019/jul/havet-vil-stige-mere-ved-esbjerg-end-koebenhavn-og-skagen/

Mehr lesen