Bildung

Den Kindern das Handwerk beibringen

Den Kindern das Handwerk beibringen

Den Kindern das Handwerk beibringen

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Saxburg/Saksborg
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Jan Johannsen steht mit Rat und Tat zur Seite Foto: jt

Der Hausmeister der Deutschen Schule Buhrkal verbringt jede Woche zwei Stunden mit den älteren Schülern im Werkraum der Schule. So manches selbst gemachte Projekt springt dabei heraus.

Wenn man die Stufen zum Werkraum der Deutschen Schule Buhrkal hochgeht, kommt einem schon der unverkennbare Geruch von frisch gehobeltem Holz entgegen. Dort steht der Hausmeister der Schule, Jan Johannsen, und bereitet sich auf die kommenden zwei Stunden, die er mit Schülern der 7. Klasse verbringen wird, vor. Als Hausmeister hat man an einer Schule so einiges zu tun. Der Werkunterricht gehört an der Schule in Saxburg auch dazu.

„Mit den Kindern zusammenzuarbeiten ist toll – auch weil man ihren Fortschritt im Umgang mit Werkzeugen im Laufe des Jahres sieht“, so Johannsen. Er ist seit nunmehr zwei Jahren an der Schule tätig und leitet seitdem auch den Werkunterricht. Durch den Unterricht lerne man auch die Schüler besser kennen. „Die Schüler sollen hier unter anderem den Umgang mit kleineren Werkzeugen wie Bohrmaschine, Hobel und Fuchsschwanz lernen“, erklärt er. Anfangs stehen dann kleinere Projekte wie ein Vogelhaus oder ein Schlüsselbrett auf dem Programm.

Die gesamte Werktruppe Foto: jt

„Die Schüler können sich zudem selbst aussuchen, womit sie arbeiten möchten. Es muss aber etwas sein, das sie auch bewältigen können. Ich stehe ihnen dann mit Rat und Tat zur Seite. Einige Schüler haben am Anfang schon zwei linke Daumen“, schmunzelt der Hausmeister und Werklehrer. Es gibt ihm zufolge aber auch sehr talentierte Schüler, denen das Handwerk liegt.

Jeder Schüler hat seine eigene Werkbank, an der er arbeiten kann und für Ordnung sorgen muss. Dort stehen den Schülern auch die verschiedenen Kleinwerkzeuge zur Verfügung. Dass der Unterricht Spaß macht, unterstreichen die vier Siebtklässler gegenüber dem „Nordschleswiger“. „Es ist ein anderer, lustiger Unterricht“, erklärt Lukas Knudsen. Er arbeitet derzeit an einem Vogelhaus. Seine Klassenkameraden William Nielsen, Pia Hoeck und Marie Clemmesen sehen das ähnlich. Alle hätten schon vieles gelernt.

Das Modell des Abschlussprojektes: Ein Gartenstuhl. Foto: jt

Zum Schuljahresende steht ihnen dann das große Abschlussprojekt bevor. „Ein Gartenstuhl, den sie selbst bauen müssen“, so Johannsen. „Bei überstandener Arbeit erwarten sie dann ein Sprudel und ein Eis als Belohnung“, lacht er.

Auch Schulleiterin Ute Eigenmann unterstützt den Werkunterricht. Der Lehrplan für das darauffolgende Schuljahr besagt aber, dass die 7. Klassen im Fach Hauswirtschaft unterrichtet werden sollen, weil dies in der 8. Klasse ein Prüfungsfach geworden ist.

„Wir untersuchen aber, ob stattdessen die 6. Klasse bei Jan (Hausmeister, Red.) Werkunterricht haben kann. Er macht seine Sache gut“, lobt Eigenmann. Die Schule profitiert sozusagen auch vom Werkunterricht. „Die Bänke bei der Bushaltestelle wurden im Werkunterricht entworfen, und die Schneemänner und Osterhasen, die zur jeweiligen Jahreszeit aufgestellt werden, entstanden auch dort“, erklärt die Schulleiterin. Zudem baue die 6. Klasse derzeit einen Kaninchenstall.

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