Deutsche Minderheit

Viele nette Worte zur Verabschiedung zweier Urgesteine

Kjeld Thomsen
Kjeld Thomsen Lokalredakteur
Pattburg/Padborg
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In der vollen Turnhalle der Deutschen Schule Pattburg wurden Heiderose und Uwe Westergaard mit einem bunten Programm und anerkennenden Worten in den wohlverdiente Ruhestand verabschiedet. Foto: kjt

Das Lehrerehepaar Heiderose und Uwe Westergaard wurden nach über 40 Jahren an der Pattburger Schule in den Ruhestand „entlassen“.

Sie sind kulturinteressiert, bewandert und haben so manche Theatervorstellung und so manches Musikereignis erlebt und mit Beifall quittiert. Bei besonders herausragenden Vorstellungen hier und da auch mal mit stehenden Ovationen. Bei ihrer Verabschiedung als Lehrerurgesteine der Deutsche Schule Pattburg vergangenen Sonnabend in der vollen Turnhalle herrschte für Heiderose und Uwe Westergaard „verkehrte Welt“: Diesmal waren sie es, die im Mittelpunkt standen und die am Ende eines würdigenden Programms mit stehenden Ovationen bedacht und in den Ruhestand verabschiedet wurden.

Der ist nach über 40 Jahren an der Schule mehr als verdient, wie die vielen Laudatoren hervorhoben. „Niemand hat so lange und so sehr die Schule geprägt, wie ihr“, hob Schulleiterin Susanne Haupt hervor.
Großen Respekt, Anerkennung und Lob für das Engagement sprach auch der ehemalige Schulleiter Helmut Thomßen aus, der über 30 Jahre mit den Westergaards zusammengearbeitet und die Schule mit ihnen weiterentwickelt hatte. „Mit euch endet eine Epoche an dieser Schule“, so Thomßen, der die pädagogischen Fähigkeiten des Ehepaares hervorhob sowie die aktive Mitarbeit Uwe Westergaards bei der Planung und Durchführung baulicher Maßnahmen („Ohne dich würde diese Schule heute anders aussehen“). Auch das außerschulische Engagement – sei es im BDN, für die Abendschule, den Sportverein PSV oder im Kindergartenvorstand – gebühre Anerkennung und Dank, so Thomßen.

„Prost und Danke für die Aufmerksamkeit!“. Foto: kjt

Elternrolle

Nicht zu vergessen die Rolle als sechsfache Eltern, die Heiderose und Uwe Westergaard neben der Lehrertätigkeit auf beeindruckende Weise zu erfüllen wussten, ergänzte Thomßen anerkennend.
Er sei sich sicher, dass die Westergaards ihre Zeit nach der Schule zu nutzen wissen, „denn Ruhestand, so gut kenne ich euch, wird es nicht geben“. Dass Heiderose und Uwe Westergaard sowohl die Eltern- als auch die Lehrerrolle gut ausfüllten, machte Sohn Niels in einer persönlichen Laudatio deutlich. Die Eltern unterrichteten die eigenen Kinder und hatten dabei ganz offensichtlich Eindruck hinterlassen. „Viele von uns haben ja den pädagogischen Weg eingeschlagen“, so Niels Westergaard, selbst Lehrer.

Mit kleinen Anekdoten aus dem Familienleben, für das bei sechs Kindern ein VW-Bus und Enthaltsamkeit beim Essengehen typisch waren („Getränke bestellt ihr nicht mit, ihr könnt nachher im Bus trinken“), rundete Niels Westergaard seinen Beitrag ab und überreichte seinen Eltern einen symbolischen Sparbeutel mit kostengünstigen Utensilien. Lehrer sein, sechs Kinder großziehen und alle in einem Bus transportieren. Das kenne sie auch, erwähnte Schulrätin Anke Tästensen mit einem Schmunzeln, als sie vor der offiziellen Überreichung der Entlassungsurkunden einige Worte an die Westergaards richtete.

Sie las Beurteilungen von Unterrichtsstunden vor, die Heiderose und Uwe Westergaard zu Beginn ihrer Lehrerkarriere hielten. Die positive Bewertung hatte während der gesamten Laufbahn Bestand, so Tästensen. Bei der Stunde von Heiderose Westergaard wurde die differenzierte und individuelle Unterrichtsgestaltung gelobt. „Das ist heute ja sehr aktuell. Du hast es schon damals beherrscht“, so das Lob der neuen Schulrätin.
Lob für das schulische, pädagogisches und außerschulisches Wirken sprach auch Leif Thomsen aus, Nachfolger von Uwe Westergaard als PSV-Vorsitzender, SFO-Mitarbeiter und Vater von vier Kindern, die die Pattburger Schule besucht haben. Er und seine Familie seien gut mit Heiderose und Uwe Westergaard ausgekommen und er habe pädagogisch von ihrem Einfluss profitiert, so Leif Thomsen.

Mit kleinen, netten Darbietungen sagten die Schüler ihren beiden Lehrern Tschüß. Foto: kjt

„Man kann die Leistung von Heiderose und Uwe hier in Worte kaum zusammenfassen und man kann ihnen gar nicht genug danken“, betonte Schulvereinsvorsitzender Thilo Schlechter. Bevor die vielen Gäste sich am Buffet stärken konnten, erhoben sie sich und spendeten den Westergaard den erwähnten, anerkennenden Applaus. In der Turnhalle klatschte das scheidende Lehrerehepaar hin und wieder auch selbst in die Hände, denn Schüler und Kollegen warteten zur Verabschiedung mit einem Unterhaltungsprogramm auf und überreichten Präsente. Roter Faden dabei war das Reisen. Das machen die Westergaards gern und dazu werden sie nun ja mehr Zeit haben.

Heiderose und Uwe Westergaard bedankten sich bei allen für das tolle Abschiedsfest und richteten noch einmal einen Blick zurück auf ihre über 40 Jahre an der Pattburger Schule. Sie haben sich dort stets wohlgefühlt, einen respektvollen Umgang erfahren und die Zeit genossen, wie beide unterstrichen. „Und auch nach 40 Jahren Lehrer an der gleichen Schule sind wir immer noch ein Paar“, so Heiderose mit einem Lachen.

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