Klimawandel

Bereitschaft fordert bessere Ausrüstung für Überschwemmungen

Bereitschaft fordert bessere Ausrüstung für Überschwemmungen

Bereitschaft fordert Ausrüstung für Überschwemmungen

wt/ritzau
Kopenhagen/Berlin
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Aufräumen nach den Überschwemmungen: Hier in Bad Münstereifel Foto: Wolfgang Rattay/Reuters/Ritzau Scanpix

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Flutkatastrophen von gleichem Ausmaß wie in Deutschland werden in Dänemark nicht erwartet. Dennoch sollten wir uns besser rüsten, meint die Leitung der Feuerwehren.

Der dänische Katastrophenschutz „Danske Beredskaber“ meint, wir sollten aus der Überschwemmungskatastrophe in Deutschland lernen. Mindestens 184 Menschen sind in den Fluten umgekommen.

„Es besteht hoffentlich kein Risiko, dass wir Wassermassen im selben und erschreckendem Ausmaß wie in Deutschland erleben werden. Aber wir können durchaus große Mengen an Niederschlägen bekommen, die an der falschen Stelle großes Unglück und Gefahr für Leben und Eigentum auslösen können“, sagt Bjarne Nigaard, Sekretariatschef bei Danske Beredskaber, dem Zusammenschluss der kommunalen Feuerwehren.

Vorbereitung auf größere Wassermassen

Er weist darauf hin, dass Klimaforscher befürchten, dass wir Ereignisse mit großen Niederschlagsmengen in Zukunft häufiger erleben werden.

„Das bedeutet, dass die Überschwemmungen möglicherweise mit größeren Wassermassen verbunden sind, und dass Wolkenbrüche mehr Regen bringen werden“, so die Einschätzung von Nigaard.

Er fordert daher mehr Mittel für den Katastrophenschutz: „Wir haben noch nicht durchgerechnet, wie viel dies kosten wird. Es ist jedoch klar, dass, wo wir uns bisher mit Barrieren bis zu einem gewissen Wasserstand begnügen konnten, brauchen wir bei zukünftigen höheren Wasserständen auch höhere Barrieren.“

Übungen

Auch für Übungen müssten mehr Mittel eingesetzt werden.

„Es geht darum, das richtige Material für künftige Ereignisse anzuschaffen. Und es geht darum, Übungen durchzuführen, die sicherstellen, dass die Zusammenarbeit im Ernstfall funktioniert.“

Sprecher der Sozialdemokraten und der Einheitsliste zeigen sich gewillt, darüber nachzudenken, wie der Katastrophenschutz gestärkt werden kann.

Diskussion in Deutschland

In der Bundesrepublik wird mittlerweile diskutiert, ob der Katastrophenschutz versagt hat.

„Beim Katastrophenschutz sind wir genauso schlecht vorbereitet wie beim Pandemie-Schutz“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach der „Rheinischen Post“.

Deutschland müsse sich „darauf einstellen und vorbereiten, dass es in Zukunft mehr Naturkatastrophen geben wird und auch regelmäßig Pandemien“.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagt in der „Bild“-Sendung „Die richtigen Fragen“, es müsse geklärt werden, ob ausreichend Vorsorge getroffen wurde. „Es geht nicht um Schuldzuweisungen, es geht um Verbesserungen für die Zukunft.“

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock sprach sich dafür aus, dem Bund bei Fragen der Vorsorge gegen Extremwetterereignisse mehr Kompetenzen zu geben. Es sei nötig, die Risikovorsorge „massiv“ zu verstärken.

„Hier muss aus meiner Sicht auch der Bund eine viel stärkere, koordinierende Rolle spielen“, sagte Baerbock im „ARD-Morgenmagazin“.

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