Agrarwirtschaft in Dänemark

LHN: „Es sieht nicht nach einer Rekordernte aus“

LHN: „Es sieht nicht nach einer Rekordernte aus“

LHN: „Es sieht nicht nach einer Rekordernte aus“

Tingleff/Tinglev
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Im Margrethenkoog bei Hoyer (Højer) sind bereits Felder abgeerntet worden. Dort ist während der vergangenen Wochen kaum Regen vom Himmel gefallen. Die Mähdrescher wirbelten bei ihrem Einsatz Staubwolken auf. Foto: Volker Heesch

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Der Pflanzenbauberater des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Nordschleswig (LHN), Christian Petersen, berichtet über einen zufriedenstellenden Beginn der Ernte im Landesteil trotz Wetterkapriolen: „Aber einige haben Pech gehabt.“

„Das haben wir so noch nicht erlebt“, beschreibt der Pflanzenbauberater und Fachmann für ökologische Landwirtschaft beim LHN, Christian Petersen, die jüngsten Wetterkapriolen gerade zum Auftakt der Ernte 2021.

Extreme Unterschiede von Ort zu Ort

„Was wir dem Klimawandel wohl zuschreiben müssen, sind die sehr großen Unterschiede bei den Niederschlägen in nah beieinanderliegenden Orten. In Stemmilt, wo in wohne, sind in den lvergangenen 24 Stunden 82 Millimeter Regen gefallen, in Lüdersholm einige Kilometer weiter 120 und im ebenfalls nicht weit entfernten Tingleff sind es 0 Millimeter“, berichtet der Diplomlandwirt und fügt angesichts der Trockenheit in einigen eng begrenzten Gebieten Nordschleswigs hinzu: „Einige haben Pech gehabt. Das haben wir so noch nicht erlebt.“ Es komme seltener zu durchziehenden Regenfronten, in diesem Jahr sehe es so aus, als regneten sich stillstehende Wolken über einem kleinen Bezirk ab.

Unterschiede bei Erträgen

Zu den Ernteaussichten sagt Christian Petersen: „Es sieht nicht nach einer Rekordernte aus. Es gibt unterschiedliche Erträge. Bei der Wintergerste wurden teilweise sehr kleine Getreidekörner gedroschen. Beim ersten Raps, der geerntet wurde, sieht es aber ganz gut aus. Der Mais ist während der zurückliegenden Hitzetagen sehr gut gewachsen. Allerdings war der Mais teilweise sehr spät angesät worden und aufgrund kühler Witterung zuerst nur langsam gewachsen.“

Christian Petersen hat als Pflanzenbauberater des LHN das Wachstum der verschiedenen Feldfrüchte im Auge – und er warnt die Bauern vor zu großem Pessimismus angesichts des bisherigen Ernteverlaufs. Foto: Heike Schäfer

Der Pflanzenbauberater berichtet, dass viele Landwirte ihre Beregnungsanlagen in Betrieb gesetzt haben, auch wenn es immer wieder nach Regen ausgesehen hat. Aber darauf habe sich niemand verlassen können.

„Besonders die spezielleren Feldfrüchte wie die Kartoffeln sind von der künstlichen Beregnung abhängig“, so Petersen, der angesichts des ungewöhnlichen Wetters aber davor warnt, „den Teufel an die Wand zu malen“. „Einige Landwirte haben einen Hang zur Schwermütigkeit, aber dazu gibt die Ernte bisher keinen Anlass“, so der LHN-Experte. Sorgen bereitete im Frühjahr zunächst Trockenheit, dabei hatten starke Niederschläge vor allem in den Marschen zuvor teilweise Wintersaaten mit Überschwemmungen als Folge zerstört, sodass nachgesät werden musste. Der feuchte Mai hatte dann allerdings in vielen Gebieten für gutes Wachstum gesorgt.

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