Selbstversuche

Schüler probierten Verbotenes

Schüler probierten Verbotenes

Schüler probierten Verbotenes

Rothenkrug/Rødekro
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Schnell waren die beiden Flammen der Fackeln mit dem Feuerlöscher erstickt. Foto: Jan Peters

An Batterien lecken oder auch ein Streichholz entzünden: All das, was zu Hause oft verboten wird, konnten die Schüler der Deutschen Schule Rothenkrug nicht nur ausprobieren – sie wurden sogar dazu animiert.

„Wer hat denn noch kein Streichholz entzündet“, heißt es von der Bühne, und zaghaft heben sich einige Kinderhände in die Höhe. Die Frage stellt Performancekünstler Daniel Norback den Schülern der Deutschen Schule Rothenkrug, die sich in der Sporthalle versammelt hatten, um das Theaterstück „50 gefährliche Dinge (die Kinder ausprobiert haben sollten) – „50 farlige ting (alle børn bør prøve)“ zu sehen – und vor allem zu erleben.

Cathrin durfte schließlich den Versuch wagen. Unter den aufmerksamen Blicken der Mitschüler rieb sie ein Streichholz an der Zündfläche der Schachtel. Beim zweiten Versuch klappte es. Die Flamme wurde entfacht und das wurde mit Applaus von den Mitschülern belohnt.

Erfahrungen sammeln

Doch die beiden Schauspieler, Norback und sein Kollege Henrik Vestergaard vom Theaterprojekt „Live Art Danmark“, hatten noch weit „gefährlichere“ Versuche mit den Schülern vor.

So durften Aria, Magnus und Ida mit dem Feuerlöscher zwei Fackeln löschen. Norback machte Popcorn auf einer elektrischen Herdplatte. Die allerdings befand sich auf dem Kopf des Darstellers und wurde mit einem vorbereiteten Helm dort gehalten – nicht zur Nachahmung empfohlen, wie ausdrücklich erklärt wurde. Besonderen Mut bedurfte eine 9-Volt-Batterie. Daran sollten die Kinder nämlich lecken. Die Erfahrung von Nathaniel: „Es kitzelt ein bisschen.“

Skeptische Blicke und eine Frage: Soll ich an der Batterie lecken? Foto: Jan Peters

Wissenschaftlich ging es zudem zu. So untersuchten die beiden Künstler mit den Kindern, wann ein aufblasbares Spielzeug wohl platzen würde. Immer weiter dehnte sich das Stück aus. Zur Sicherheit trugen alle einen Gehörschutz. Dabei wurde immer wieder gemessen, wie groß der Umfang des Spielzeugs war. Bis es mit einem lauten Knall platzte.

Wann platzt das Spielzeug? Foto: Jan Peters

Die „Versuche“ wurden von den DSR-Schülern mit viel Neugier und Spaß beobachtet – und wenn angeboten – selbst erlebt.

Die „gefährlichen“ Versuche sollen den Kindern vermitteln, Gefahren zu erkennen, mit Gefahren umzugehen und Risiken einzuschätzen.

BDN-Unterstützung

Die Aufführung der Theater- und Performancegruppe „Live Art Danmark“ konnte den Rothenkruger Schülern dank Mitteln aus dem Kulturtopf „Børneteaterpulje“ der Kommune Apenrade geboten werden, die der Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) mit Kulturkonsulent Uffe Iwersen beantragt hatte.

Die beiden Performancekünstler Henrik Vestergaard (l.) und Daniel Norback Foto: Jan Peters

„50 gefährliche Dinge (die Kinder ausprobiert haben sollten)“

Das Stück geht auf das Buch „50 dangerous things (you should let your children do)“ von Julie Spiegel und Greve Tulley zurück. Der Inhalt und die Botschaft des Buches – Gefahren erforschen lassen, um zu lernen, um mit Ängsten umzugehen und um Risiken einzuschätzen – inspirierte das „Fundustheater“ Hamburg dazu, das Experimentier-Theaterstück zu kreieren. „Live Art Danmark“ hat dafür die dänischen Rechte erworben.

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