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Nach Bluttat: Polizei spricht mit Bürgern

Nach Bluttat: Polizei spricht mit Bürgern

Nach Bluttat: Polizei spricht mit Bürgern

Sonderburg/Sønderborg
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Polizistin Christine Møller suchte das Gespräch mit den Bürgern. Foto: Sara Wasmund

Nachdem am Dienstagabend eine Frau in ihrer Wohnung erstochen wurde, hat die Polizei am Freitag den Austausch mit den Bürgern vor Ort gesucht. Zeugen wurden gebeten, ihre Beobachtungen mitzuteilen.

Es ist eine Bluttat, die die Bürger im Westen Sonderburgs geschockt hat: der Tod einer 40-jährigen Mutter am Dienstagabend in einem Düppeler Wohnblock.

Die Polizei geht bislang davon aus, dass die Frau von ihrem Ex-Mann mit mehreren Messerstichen in den Hals getötet wurde und in ihrer Wohnung verblutete. Der mutmaßliche Täter sitzt seit Mittwoch in Untersuchungshaft.

Die Polizei erhielt Zeugenaussagen

Um den Anwohnern das Gefühl von Sicherheit und Polizeipräsenz zu geben und um mögliche Zeugenaussagen zu erhalten, suchte die Polizei für Südjütland und Nordschleswig am Freitagvormittag mit einer mobilen Polizeistation den Bürgerkontakt.

„Wir sind hier, um mit den Anwohnern zu sprechen, die Tat hat viele Menschen schockiert“, so Polizistin Christine Møller von der Sonderburger Polizeieinheit für Vorbeugung und Aufklärung.

Sie war am Freitag vor dem Supermarkt „Rema 1000“ auf Düppel vor Ort, um das Gespräch zu suchen. Zusammen mit einem Kollegen, der im Fall der getöteten Frau ermittelt und mit Zeugen über Beobachtungen sprechen wollte.

Wenn es beispielsweise Opfer von häuslicher Gewalt gibt, können wir hier ein erstes Gespräch führen. Auf diese Weise können Tragödien verhindert werden. Bevor es zu spät ist.

Christine Møller, Polizistin

In der ersten Stunde vor Ort kamen rund 20 Personen, um mit den Polizeibediensteten zu sprechen – sowohl über die Bluttat als auch über generelle Fragen.

„Wir haben einige Zeugenaussagen erhalten. Außerdem konnten wir den Bürgern zeigen, dass wir ein offenes Ohr für ihre Anliegen haben“, so Polizistin Møller.

Anwohnern das Gefühl von Sicherheit geben

Einige Kinder wollten die Handschellen der Polizistin einmal anfassen, andere erzählten von Problemen im Straßenverkehr. Und was den Totschlag in der Nachbarschaft angeht: Allein die Präsenz einer staatlichen Autorität trage ihrer Erfahrung nach dazu bei, den Anwohnern das Gefühl von Sicherheit zu geben, so Møller.

Im besten Fall trage die mobile Ansprechstation auch dazu bei, Berührungsängste mit der Polizei abzubauen. „Wenn es beispielsweise Opfer von häuslicher Gewalt gibt, können wir hier ein erstes Gespräch führen. Auf diese Weise können Tragödien verhindert werden, bevor es zu spät ist. Wir haben für alle ein offenes Ohr“, so die Polizistin. „Es hat die Menschen hier sehr aufgerüttelt. Wenn der Bedarf weiter vorhanden ist, kommen wir noch mal wieder.“

Anwohner und Freunde der getöteten Frau haben für Sonnabend zu einem gemeinsamen Trauermarsch aufgerufen.

Gut für das Gefühl, wenn die Polizei sichtbar ist

Die Sonderburgerin Linda Svendsen findet das Angebot der mobilen Polizeistation gut, gerade in dieser Woche. „Der Fall geht vielen Menschen nahe", sagt sie. „Ich habe eine Kollegin, die eine Nachbarin der getöteten Frau war. Es ist gut, wenn die Polizei eine Anlaufstelle schafft, wo man über den Fall und die Sicherheit von Bürgern reden kann. Es ist gut für das Gefühl, wenn die Polizei sichtbar ist.“

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