Zwangspause

Das Küchenpersonal griff zu Farbe und Pinsel

Das Küchenpersonal griff zu Farbe und Pinsel

Das Küchenpersonal griff zu Farbe und Pinsel

Tingleff/Tinglev
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Tine Oehlenschlæger ist eigentlich die Küchenleiterin an der Tingleffer Nachschule. In den vergangenen Wochen haben sie und ihre Mitarbeiterinnen der Hausmeisterei bei den Renovierungsarbeiten geholfen. Foto: Karin Riggelsen

Die coronabedingte Zwangspause wurde an der Deutschen Nachschule Tingleff für Renovierungsarbeiten genutzt. Vier Schülerzimmer stehen allerdings noch aus.

„Nach den ersten Tagen taten uns sämtliche Muskeln weh, aber es hat großen Spaß gemacht“, sagt Küchenleiterin Tine Oehlenschlæger von der Deutschen Nachschule Tingleff.

Sie und ihre Kolleginnen haben in der coronabedingten Zwangspause bei den Renovierungsarbeiten an der Schule tatkräftig mitgeholfen.

Gute Arbeit geleistet

„Sie haben es tatsächlich sehr gut gemacht“, lobt Hausmeister Bent Nielsen und fügt augenzwinkernd ein „dank kompetenter Anleitung“ hinzu. Angeleitet wurden die Damen aus der Hauswirtschaftsabteilung nämlich von den männlichen Kollegen der Hausmeisterei.

Seit Mitte März, als in Dänemark das öffentliche Leben wegen der Corona-Schutzmaßnahmen zum Erliegen kam, sind in der Nachschule Klassenräume, Flure und Schülerzimmer der Tingleffer Nachschule auf Vordermann gebracht worden.

Bent Nielsen gehört zum zweieinhalbköpfigen Hausmeisterteam an der Tingleffer Nachschule. Foto: Karin Riggelsen

Günstige Gelegenheit

Diese Projekte hätten zum Teil in den Sommerferien oder noch gar nicht durchgeführt werden sollen, aber dadurch, dass alle Schüler nach Hause geschickt werden mussten, war die Gelegenheit einfach günstig.

„Wir haben auch fast alles geschafft. Es fehlen eigentlich nur noch vier Schülerzimmer“, stellt Bent Nielsen fest.

Anderes hat Vorrang

„Es wird uns kaum gelingen, die noch fertig zu machen, bevor der Schulbetrieb demnächst wieder aufgenommen wird. Ich denke aber, in den kommenden Tagen haben andere Aufgaben Vorrang“, sagt Küchenleiterin Oehlenschlæger ein wenig traurig.

Sie hätte gern das Renovierungsprojekt ganz abgeschlossen gewusst. Es tut ihr ein wenig um die Schüler leid, deren Zimmer noch keinen frischen Anstrich bekommen haben.

Wanddeko vorsichtig entfernt

Allerdings können diese Schüler sich auch direkt auf ihre Betten werfen, während die Schüler mit den renovierten Zimmern erst noch wieder ihre Wanddeko anbringen müssen.

Bevor mit der Renovierung eines Zimmers angefangen wurde, hat Tine Oehlenschlæger die betroffenen Schüler angerufen, um sich die Genehmigung einzuholen, die privaten Sachen zu verstauen und die persönliche Wanddekoration zu entfernen. „Wir haben die Plakate und sonstigen Dinge sehr vorsichtig abgenommen und natürlich aufgehoben“, unterstreicht die Küchenleiterin.

Die verschiedenen Phasen der Corona-Krise

„Die Gespräche mit den Schülern haben sich im Verlauf der Corona-Krise übrigens extrem verändert. Zu Beginn war der Tenor eher naiv-zuversichtlich ,wir sehen uns ja bald wieder‘, nach einigen Wochen änderte es sich in ein wehmütiges ,werden wir uns überhaupt noch wiedersehen‘, und seit ein paar Tagen ist der Ton schon wieder deutlich fröhlicher. ,Wenn wir uns demnächst wiedersehen´ heißt es da“, schildert Tine Oehlenschlæger ihre Eindrücke und Erfahrungen.

Designstudio unterm Dach

Als Design- und Kunstlehrerin hat Brigitte Thun in den Monaten der Corona-Schutzmaßnahmen keinen Online-Unterricht wie ihre Kollegen anbieten können.

Sie hat die schülerlose Zwangspause allerdings auch sinnvoll genutzt. Mithilfe der Hausmeisterei ist über dem Trakt der Werkstätten aus dem früheren Kinoraum ein Designstudio entstanden.

Die schrägen Wände sind einrichtungstechnisch eine Herausforderung, die die Design- und Kunstlehrerin Brigitte Thun jedoch gerne annimmt. Endlich hat der Designunterricht einen eigenen, permanenten Raum. Foto: Karin Riggelsen

Schon lange auf der Wunschliste

„Ein Handarbeitsraum, in dem man seine Projekte auch liegen lassen kann, stand schon länger auf meiner Wunschliste. Unser bisheriger Unterrichtsraum wurde auch für andere Fächer genutzt. Wir mussten deshalb Nähmaschinen und sonstige Utensilien sowie die aktuellen Projekte erst aufbauen und rausholen und später wieder wegpacken. Eine halbe Stunde ging damit schnell drauf“, erzählt die Kunst- und Designlehrerin.

Es fehlte ein Notausgang

Den früheren Kinoraum unter dem Dach hatte sich Brigitte Thun auch schon länger als mögliches Designstudio ausgeguckt. Allerdings durfte er mangels Fluchtwegen zuletzt nicht genutzt werden. In der Corona-Pause haben die Hausmeister einen Notausgang eingebaut. Sie kann deshalb jetzt mit der Einrichtung des Raumes beginnen.

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